Was ist pferdegestütztes Präsenz- und Führungstraining und was macht mein Training so besonders?

Elma Esrig  - 04.03.2026 - Auftreten & Führen – Aktualisiert: 13.03.2026 - Kommentare: 2


Nahaufnahme eines braunen Pferdegesichts im Präsenz- und Führungstraining

Dein Auftreten im Körper und im Sprechen – persönlich, individuell und wirksam – das ist mein besonderes Thema. Ursprünglich komme ich als Regisseurin und Schauspieltrainerin vom Theaterbereich her. Dort hat mein Vater, Prof. Dr. David Esrig, eine Methode entwickelt, die Bühnen-Auftritte und Darbietungen körperlich präsent und vor allem auch sprachlich zu persönlichen, lebendigen Äußerungen transformiert (siehe auch das über ihn erschienene Buch „Athanor – David Esrig und die Magie des Theaters“).

Seine Arbeit habe ich dreißig Jahre lang erweitert und übertrage ihre professionellen Techniken auf körperliche Präsenz im Führungskontext und auf das Auftreten mit Vorträgen. Damit unterstütze ich Experten in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung mit Methoden, die so konkret bisher nur Regisseuren und Schauspielern vorbehalten waren.

Aber wirken, faszinieren wollen, Einfluss nehmen und begeistern – das ist für viele Menschen wichtig. Ja, es ist nicht allein eine Erfordernis ihres Berufs, sondern entspringt im Grunde der Leidenschaft für das eigene Thema. Es geht um Wissenstransfer, ja. Darin aber immer um Veränderungswillen. Eine konkrete Situation, ein spezieller Umstand soll sich ändern. Etwas soll sich zum Besseren wenden. Für diese Mission wollen Menschen Wirkung erzielen. Dafür wünschen sie sich Impact auf das Denken ihres Publikums.

Ziele, Herangehensweisen und Methoden

Um dein Auftreten mit Gelassenheit und Freude für dich selbst und mit faszinierender Wirkung für andere zu meistern, arbeite ich mit dir an deiner körperlichen Präsenz und an der sprachlichen Darbietung deiner Expertise.

Einige Menschen interessieren sich nur für das Präsenz- und Führungstraining, weil sie keine Vorträge, Webinare oder Präsentationen halten und keine Vorlesungen geben. Andere möchten ihre Vorträge souverän, lebendiger und wirkungsvoller gestalten und ihre Vortragsvorbereitung auf ein klares Fundament stellen. Diese nehmen nur implizit, im letzten Schritt, dem Darbietungstraining, einige Techniken zur körperlichen Präsenz beim Sprechen mit.

Ein kleiner – soll ich sagen: enthusiastischer? fanatischer? exquisiter? – Teil meiner Klienten aber nimmt alles, was ich zu bieten habe: Sie arbeiten an ihrer körperlichen Präsenz, weil diese grundlegend dafür ist, um ihrer Mission eine Bühne zu bereiten, aber auch, um der eigenen Persönlichkeit einen wirksamen Ausdruck zu geben – auch jenseits des engeren beruflichen Kontextes. Und sie holen sich die Techniken, um ihrem Sprechen eine besondere Wirkung zu verleihen. Weil sie wissen, dass „Public Speaking“ eine Fähigkeit ist, die immer mehr unsere gesamte berufliche Existenz prägt und sich nicht nur in der eng definierten Vortragsform realisiert.

Das Vortragstraining

Im Vortragstraining, das natürlich zugleich ein „Vortragsvorbereitungstraining“ ist (was für ein Wort!), zeige ich dir mithilfe von Regie- und Schauspieltechnik, wie aus in einem Text konservierten Gedanken ein lebendiges und sehr persönliches, ein (trotz aller Vorbereitung) freies und wirkmächtiges Sprechen wird.

Elma Esrig, Trainerin für Präsenz- und Führungstraining, im Zuschauerraum einer Bühne.

Dafür gehe ich mit dir den Weg von deiner Mission und der – an Publikum und Situation angepassten – Grundabsicht deines Vortrags zum Vortragsskript. Dieser ist die Grundlage deines Vortrags und hat eine „dramatische“ Struktur, weil er – im Unterschied zu gewohnten Texten – zum Sprechen bestimmt ist. Seine Inhalte und ihre Gliederung folgen daher anderen Bestimmungen als erzählende, „epische“ Texte. Diese äußere Dramaturgie, aber auch die dem Gesprochenwerden angepassten Formulierungen sind der erste Schritt deiner Vorbereitung.

Der zweite Schritt ist die innere Dramaturgie oder die Regiearbeit an deinem Skript. Ich zeige dir, wie du deine Inhalte in sprachliche Handlungen inszenierst. Statt deinem Publikum Inhalte zu erzählen, wiederzugeben oder eben vorzutragen, wirst du mit einer Handlungspartitur deine Gedanken in einer Art Dialog mit den (stummen) Zuschauern, aber auch mit dir selbst entrollen und entfalten. Aus Wiedergabe und Vortragen wird so ein Sich-Äußern, ein im Hier und Jetzt stattfindendes Ereignis.

Den dritten Schritt bildet die Darbietung. Sie ist die stimmliche (und damit immer auch körperliche) Umsetzung der Inszenierung. Als Darbietende/r wirst du deinen sprachlichen Handlungen Ausdruck verleihen, indem du die Eigenschaften von Stimme und Pausen, von Betonungen und Rhythmen gekonnt einsetzt.

Diese zweite, ergänzende Seite meiner Arbeit sei hier nur kurz erwähnt. Wenn du mehr dazu erfahren willst, dann lies gerne hier weiter, über Zäsuren im Sprechen, über die 3 Gamechanger für deine Keynote Präsentation oder auch über Bühnenpräsenz durch Storyacting.

Meine Geschichte

Vielleicht fragst du dich jetzt, wie das scheinbar so Unterschiedliche zusammengeht: Pferde und Schauspiel, Führungs-/Präsenztraining und Vortragstraining?

Nun, für mich ist das ein Weg, beides gehört zusammen und führt (eigentlich sogar schnurstracks) zu meiner Mission, oder vielmehr: er entspringt dieser. 
Ich bin fasziniert davon, was es heisst, andere zu faszinieren – seien dies Pferde oder Menschen, sei es körpersprachlich durch die persönliche Präsenz oder eben verbal in Vorträgen. Genau das ist es, was mich antreibt: was ist Faszination, kann man Faszinieren „machen“ und wenn ja, wie? Diese Fragen ganz konkret durch mein Training zu beantworten, dann die Menschen zu erleben, die wissen, wie sie es tun können, die die Kompetenz erlangen, andere zu führen und zu begeistern, das ist es, was mich ausmacht.

Elma Esrig, Präsenz- und Führungstrainerin, sitzt in der Hocke vor einer grau-grünen Holzwand mit Fenstern. Sie trägt einen schwarzen Anzug mit weißer Bluse und blickt direkt in die Kamera.

Es geht um das Springen … und um das Sein – „Be the difference“.
Was ist an diesem Andere-Faszinieren so wichtig, warum verfolge ich das so unbeirrt? Weil der Kern jeden Impacts auf andere an den Kern unseres eigenen Seins führt: „Werde, was du bist“, oder „Man muß immer erst noch auf den Boden springen, auf dem man schon steht!“ Denn dort, im Selbst-Sein, liegt der Ursprung von Präsenz und von Faszination. Dieses Selbst aber nicht nur zu sein, sondern es zu realisieren, ist entscheidend. Es ist das Springen, das mich und mein Training braucht.

Im Thema Faszination laufen auch die beiden Stränge meiner ursprünglichen beruflichen Tätigkeiten und Ausbildungen zusammen:
Seit 2010 Jahren bin ich Pferdetrainerin. Aber vor etwa 4-5 Jahren begann sich hier etwas zu verändern: meine Kunden waren immer öfter Menschen, die selber gar kein Pferd besitzen. Es waren Menschen, die – mittels der Pferde – erleben und erlernen wollten, wie man das macht, „führen“. Aber ohne dabei auf den eigenen Status zu setzen, ohne Dominanz zu inszenieren. Sie wollten erfahren, wie Führung in der eigenen Person gründen und von dorther den anderen mitnimmt. So wurde mein Training explizit das, was es eigentlich schon immer war: ein Weg, den eigenen Körper zum Führungsinstrument zu machen, für eine Führung, die auf Motivation, ja, auf Begeisterung setzt und dies nonverbal ganz konkret körperlich vermittelt.

So viel länger schon aber arbeite ich als Schauspieldozentin an einer staatlich anerkannten Fachakademie für Theater und Film …. seit 1995, um genau zu sein. Mit Schauspielern habe ich auch 2014 erstmals meine pferdegestützten Führungstrainings begonnen und immer weiter ausgebaut. Inzwischen arbeite ich auch mit anderen Schauspielschulen (z.B. der Hochschule Ernst Busch in Berlin) und mit Schauspielern, die bereits im Berufsleben stehen.

Aus dem Schauspieltraining entführe ich auch meine Technik, mit der ich mit dir an Vorträgen arbeite. Hier folge ich drei Stufen der Entwicklung des Vortrags vom vorbereiteten Text bis zur „bühnenreifen“ Performance: Strukturierung (Dramaturgie), Umsetzung (Inszenierung) und Verkörperung (die körperlichen Grundlagen für den Ausdruck deiner Mission im Vortrag).

Alles fing damit an, dass mein Vater etwa zeitgleich mit meinem Magister-Abschluss an der Hochschule für Philosophie in München, die Athanor Akademie für Theater und Film gründete. 

Ich wurde mit 26 Jahren Dozentin für Schauspiel. Meine Qualifikation war – im Theoriebereich – mein Schwerpunkt Ästhetik im Studium und praktisch die Ausbildung bei meinem Vater als Regisseurin.

Die Arbeit meines Vaters war in einem Punkt, der hier interessant ist, sehr speziell: er hatte eine eigene Methode entwickelt, um aus dem vorliegenden (Rollen-)Text die Spielhandlung, die Figur, die Situation … die ganze Spielaufgabe des Darstellers entstehen zu lassen. Es ist eine eigene Art der „Text-Analyse“, der es gelingt, etwas „Fertiges“ zum Leben zu erwecken – eine Technik der Lebendigkeit, wenn du so willst. Eine Technik, die für faszinierende Darbietungen sorgt.

Diese Technik ist aber nicht daran geknüpft, dass die Handlung, der Sprecher, die Situation fiktiv sind. Sie läßt sich daher ebenso gut auf Vorträge und Reden anwenden. Und das ist es, was ich tue. Ich übertrage diese Methode aus dem professionellen Theaterbereich, die aus einem im Text „konservierten“ Reden einen lebendigen, authentischen und persönlichen Vorgang macht, auf das öffentliche Sprechen von Expert:innen.

Meine persönliche Leidenschaft und Überzeugung

Die Trainerin für Präsenz und Führung, Elma Esrig, steht mit weißer Bluse vor einem verschwommenen hellen Hintergrund. Sie ist ab der Taille aufwärts zu sehen. Sie blickt lächelnd nach links.
  • Es ist mir wichtig, Menschen im Training auch massiv zu ermutigen. Denn unsere Fähigkeit, uns körperlich zum Ausdruck zu bringen und andere Menschen mit unserer Mission in Vorträgen zu begeistern, braucht nicht nur Können, Techniken und Erfahrung, sondern – allem voran – Courage. Damit lässt sich ein herrlicher Anti-Teufelskreis in Bewegung setzen: Mut steigert die Erfolge im Training, diese die Erfolge durch das Training, diese wiederum den Mut und so weiter …
  • Ich verfüge – vermutlich vor allem durch mein Philosophie-Studium – über eine gute Strukturierungsfähigkeit und kann mich in verschiedene, mir inhaltlich fremde Themengebiete leicht hineindenken. So gelingt es mir, meine Kunden in ihrer je eigenen Expertise zu verstehen und ihren Vorträgen Klarheit und Lebendigkeit zu verleihen.
  • Aus der langen Erfahrung mit Schauspielunterricht vermag ich das jeweils Besondere in meinen Klienten zu sehen. Die Bühne, die sich jeder Mensch für seine Expertise erschafft, ist sehr persönlich und individuell. Bei aller Methodenverliebtheit gibt es keine zwei gleichartigen Ergebnisse. Und mir ist es wichtig, das Besondere eines Menschen zu erfassen und genau dieser Besonderheit einen professionellen Ausdruck zu ermöglichen.
  • Ich meine es todernst mit meinem Versprechen der Transformation. Tipps und Tricks zur Verbesserung von irgendwas, das ist nicht mein Feld. Ich gebe dir Techniken an die Hand, um dein Auftreten ganz neu und zugleich hochprofessionell zu meistern. Denn wer anders als die Masse sein will, der muss zugleich besser sein. Die Ausscherer aus dem Gewöhnlichen werden nur akzeptiert und geliebt, wenn sie sehr sehr gut sind. Im Mittelfeld des Bekannten reicht es, gut zu sein, aber das Außergewöhnliche muss immer absolut überzeugen.

Das Präsenz- und Führungstraining

Elma Esrig mit Trainee im Präsenz- und Führungstraining
Im Arbeitskreis (Roundpen) mit dem Spanier Galeon

Im Training deiner körperlichen Präsenz arbeiten wir zusammen mit meinen Pferden auf einem sehr komplexen Gebiet. Denn „Präsenz“ ist zwar ein körperlich wahrnehmbares Geschehen, aber als solches immer auch Ausdruck einer inneren Haltung. Präsenz ist Ausdruck deiner Person, deiner Einstellung, deiner Gefühlswelt und deiner Absichten. Es ist mein Wort, für etwas, das andere „Ausstrahlung“ oder „Charisma“ nennen.
Und schon sind wir da, bei dem Einwand, den Einige erheben: das kann man nicht trainieren! Es ist eine Gabe oder eine Begabung, angeboren, also quasi ein Geschenk der Ahnen, des Schicksals, ein kleines Ausflippen der DNA …

Dieser Eindruck entsteht sicher deswegen, weil es zur Präsenz zu gehören scheint, dass sie unbewusst geschieht, dass ihr Urheber nicht weiß, was er tut. Das mag schon sein, es heisst aber nicht, dass da kein „Tun“ ist. Und schon gar nicht, dass dieses Tun nicht zunächst bewusst geschah.
Das Training folgt hier den Stufen jeden Lernens: Zuerst weiß man nicht, was man machen soll und kann es auch nicht. Dann weiß man, was zu tun wäre – und kann es noch nicht (richtig). Daraufhin versteht man den Prozess und kann ihn auch. Zuletzt aber kann man es und weiß dann nicht mehr, wie man es tut.

Natürlich, der letzte Schritt ist der Flow und er wird nicht in einem 4-Tages-Training etabliert. Aber – und das ist das Wundervolle! – das Training arbeitet nach. Wer einmal den Weg betreten hat, präsent zu sein und Führung über körperliche Energie aufzubauen, der hört nicht mehr damit auf. Und der Pfad, den wir gemeinsam im Dschungel der Unklarheit (Was ist und wie geht Präsenz?) ausgetreten haben, wird durch jedes erneute Gehen zu einem Weg, zu einer Straße – zu einer Haltung.

Zusammen mit meinen Pferden arbeite ich in meinen Workshops (wie auch in 1- und 2-Tages-Trainings) an einer Führung, die sich darauf gründet, dass du deine Energie (ganz unesoterisch als Absicht und Körperspannung verstanden) zu einem „Faszinationsinstrument“ machst. Du wirst das Pferd nicht nur dazu bringen etwas zu tun, du wirst es dahin bringen, etwas tun zu wollen. Und das, ohne Sprache, ohne Körper-Signale, ohne Hilfsmittel, ohne Lob und Strafe und natürlich ohne die Hilfe gesellschaftlicher Trittbretter, wie Status und Dominanz.

Der Spanier Galeon in Elma Esrigs Präsenz- und Führungstraining
Mein Spanier Galeon

Warum Pferde? Nun, sie reagieren nur dann und nur so, wie es deine Präsenz vorgibt. Einerseits also: keine Geschenke, kein Zugeständnis an dein Nett-Sein. Andererseits aber: die besten und glaubwürdigsten Spiegel deiner Energie.
Als Flucht- und Herdentiere sind sie Meister der Kommunikation mittels körperlicher Energie-Vorgänge, das heißt: Meister im Lesen deiner Absichten – sofern diese klar, stimmig und authentisch geschehen.

Wie funktioniert pferdegestütztes Führungstraining?

Es hat sich inzwischen etabliert: das pferdegestützte Führungstraining. Aber unter diesem Titel werden sehr unterschiedliche Konzepte verwirklicht, die in hohem Maß von der Persönlichkeit der Trainerin/des Trainers abhängen. Ihnen allen gemeinsam ist der Gedanke, dass sich Führungskompetenzen ganz besonders durch ein Training in Zusammenarbeit mit Pferden entwickeln lassen.

Oft wird hierbei ganz allgemein der Begriff „Coaching“ statt „Training“ verwendet, ohne dies aber auf die eng definierte Bedeutung des Coachens einzugrenzen. Es nennt sich dann zum Beispiel: „pferdegestütztes Führungskräfte-Coaching“. „Coaching“ meint streng genommen die begleitende Unterstützung einer Person bei der Entwicklung eigener Lösungen in einem privaten oder beruflichen Kontext. Sehr oft wird dann mit unterschiedlichen psychologischen Methoden gearbeitet (z. B. mit dem systemischen Coaching). Der Begriff „Training“ jedoch bezeichnet eine Arbeitsweise, die sich weniger auf Bewusstwerdungsprozesse fokussiert und auch nicht in erster Linie mit Fragen arbeitet. Eine Trainerin/ein Trainer arbeitet mit Vorschlägen, setzt daher nicht zentral auf das Finden eigener Lösungen durch den Trainee, sondern auf das Erlernen bestimmter Fähigkeiten.

Pferde aus Elma Esrigs Präsenz- und Führungstraining
Pferde sind außerordentlich aufmerksame Trainingspartner bzw. Co-Trainer.

Meine Gedanken zum pferdegestützten Führungstraining beschäftigen sich jedoch nicht oder kaum mit dieser Unterscheidung zwischen Coaching und Training. Mir geht es hier in erster Linie darum, darzulegen, was das Ziel, die Gründe und die Voraussetzungen für das Einbeziehen von Pferden in der Entwicklung von Präsenz und Führungskompetenzen sind.

Training relevanter Führungskompetenzen

Eine Methode, wie es das pferdegestützte Training ganz allgemein ist, definiert sich von ihrem Ziel her. Denn Methode bedeutet ja ein strukturiertes Vorgehen für einen bestimmten Zweck. Das Ziel „Führungskompetenz“ ist natürlich zunächst nicht eindeutig bestimmt. Darunter verstand man früher etwas anderes als heute, und auch in der aktuellen Diskussion um den Begriff „Leadership“ gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Wer jedoch Pferde für das Training von Führungskompetenzen einsetzt, outet sich – bei allen Unterschieden im Detail – zugleich als Anhänger einer bestimmten Idee von „Führung“. Diese Idee könnte man so formulieren: Führung wird nicht als Privileg einer Person aufgrund ihres Status verstanden, auch nicht als Ergebnis von Dominanz, sondern hauptsächlich als grundlegende Befähigung, andere Menschen zu inspirieren und zu motivieren. Diese Befähigung gründet in der Persönlichkeit, in der Haltung der Führungsperson.

Elma Esrig mit ihrem Pferd Andrej im Präsenz- und Führungstraining
Führen hat nichts mit Dominanz zu tun, alles aber mit Freude am gemeinsamen Weg!

Präsentes Führen statt „Bosseln“

Pferdegestütztes Führungstraining versteht Führen als Gegensatz zu Anweisungen eines Chefs. Es bedeutet nicht, Aufgaben zu delegieren, sondern gemeinsame Ziele attraktiv und motivierend zu kommunizieren und ihre Umsetzung verantwortungsvoll zu begleiten. In der Pferdewelt gibt es dafür den Ausspruch: „The boss says: Go!, the leader says: Let´s go!“ Ersteres nenne ich „Bosseln“: eine Anweisung wird herausgegeben und das Ergebnis dann entgegengenommen. Dies funktioniert (oberflächlich und nicht nachhaltig) nur aufgrund des Status „Boss“, der das Privileg des Befehlens für sich beansprucht. In der Menschenwelt ist das Privileg in der Dominanz des Chefs gegründet, die letztendlich über „Angst“ funktioniert: Angst, den Job zu verlieren oder auch nur Verantwortung und Aufstiegsmöglichkeiten verwehrt zu bekommen.

Pferde haben jedoch keinen Sinn für Status und Hierarchien, wie wir sie kennen, auch wenn Menschen ihre Sichtweise gerne auf Pferde übertragen und mit Begriffen wie „Leithengst“/“Leitstute“/ “Herdenhierarche“ („Alpha“, „Omega“ usw.) ein Äquivalent zu einer autoritären Befehlshaber-Empfänger-Struktur bauen wollen. Pferde lassen sich sicherlich ein Stück weit über Dominanz – und damit über Angst – bestimmen. Allerdings entspricht das ganz und gar nicht ihrer Natur, und sie zeigen sehr deutlich an, wie kurzfristig nur diese Mechanismen funktionieren. Als Fluchttiere wird es immer etwas geben, vor dem sie mehr Angst haben als vor den menschlich gesetzten Konsequenzen ihres sogenannten „Ungehorsams“. Die Panik eines Pferdes (die auch in Aggression umschlagen kann) würde immer über jede mögliche Strafandrohung siegen.

Pferde schließen sich aber kooperativ menschlichen Vorschlägen an, wenn sie dem Führenden Respekt und Vertrauen entgegenbringen, wenn sie dem Handlungsziel einen Sinn entnehmen können und in der Ausführung „begleitet“ werden. Diese Begleitung durch den Menschen ist im Kern einfach nur dies: das Pferd Gemeinschaft mit dem Führenden erleben zu lassen – die gemeinsame Bemühung, die geduldige Arbeit an Fehlern und Missverständnissen, die Freude am Gelingen. Echtes Führen kennt weder Strafen und Angst noch (extrinsische) Belohnung. Es ist eine gemeinsame Unternehmung mit verteilten Rollen.

Interpersonales Führen und Kontaktfähigkeit

Da also Führen im Unterschied zum Bosseln auf Beziehung und Kommunikation zwischen zwei Personen beruht (ja, auch wenn eine davon im Training ein Pferd ist!), entpuppt sich als Kern dieser interpersonalen Führung die Fähigkeit, in Beziehung zu dem anderen zu treten, die Kontaktfähigkeit.

Pferde zeigen uns auf sehr eindrückliche Weise, dass es genau darauf ankommt: können wir uns persönlich einbringen und dabei zugleich das Gegenüber wirklich wahrnehmen, seine Welt, seine Gedanken und Bedürfnisse verstehen und mit unseren in Einklang bringen? Dieses Verstehen wird kein bloß intellektuelles sein können, vielmehr: können wir uns in den anderen hineinversetzen? Die Welt, die gemeinsame Aufgabe mit seinen Augen sehen? Können wir uns in ihn einfühlen?

Elma Esrig mit ihrem Pferd im Präsenz- und Führungstraining

Im pferdegestützten Präsenz- und Führungstraining wird deutlich, dass das Kontaktangebot vom Führenden ausgehen muss, dass wir es also schaffen, Kontakt attraktiv anzubieten. Es wird auch deutlich, dass Kontakt aufrechterhalten werden will während der ganzen Phase der Umsetzung der Aufgabe. Denn In-Kontakt-Sein, das ist eine fragile Sache, es ist eine permanente Leistung. Wenn der Kontakt verloren geht, muss das wahrgenommen und die Beziehung wieder aufgenommen werden, immer und immer wieder – ohne Frust, ohne Groll; am besten mit Heiterkeit und Humor – mit Empathie.

Pferdegestütztes Führungstraining zielt auf Präsenz ab

Wenn Führung, wie sie im pferdegestützten Training verstanden wird, nicht im Status eines Chefs gründet und wenn ihr Kernthema Kontakt ist, dann basiert Führen auf der Präsenzfähigkeit des Führenden. Das ist die härteste Nuss, die für die Trainees zu knacken ist. Und genau dafür ist die Mitarbeit des Pferdes im Training unersetzlich. Denn Präsenzfähigkeit, dieses Selbstengagement, das seine eigene Persönlichkeit in die Waagschale wirft, geschieht nicht sprachlich. Authentizität ist keine Mitteilung an den anderen, sondern eine Haltung, eine, die uns zum Ausdruck bringt und dabei den anderen einbezieht.

Führen geschieht aus der Präsenz des Führenden heraus. Dieses Präsent-Sein zu meistern, ist Ziel des pferdegestützten Führungstrainings. Und die Arbeit an der eigenen Präsenz ist eine sowohl körperliche wie geistige Aufgabe. Keine sprachlichen Bekundungen von Verantwortung, Verständnis, von Respekt oder gar von Bevollmächtigung kann uns davon entbinden, für uns präsent zu sein und dies für den anderen auszustrahlen. Und ja, Ausstrahlung bedeutet, dass Präsenz körperlich wahrnehmbar zu geschehen hat!

So führt pferdegestütztes Training letztendlich auf diesen Punkt hin: Wie geschieht authentisches Auftreten? Was tun wir, wenn wir präsent sind? In welcher Weise bringt unser Körper dieses Präsent-Sein zum Ausdruck?

Mein Riese Andrej umhüllt meinen Körper mit seiner Zuwendung und ich strahle Freude über unser Zusammensein aus.

Warum „pferdegestütztes“ Führungstraining?

Da Führen auf der Präsenz des Führenden beruht, ist das Training dieser Fähigkeit in besonderer Weise davon abhängig, dass wir mit einem Partner arbeiten, der sich nicht von Faktoren beeinflussen lässt, die nichts mit unserer Präsenz zu tun haben. Der uns weder aus Höflichkeit noch aus Sympathie, weder aus Kalkül noch aus Angst entgegenkommt – und uns damit die Herausforderung, präsent sein zu müssen, abnimmt. Ein solcher Partner, der völlig wertfrei nur auf unser Präsentsein anspringt, ist das Pferd.

Das Pferd Andrej im Präsenz- und Führungstraining von Elma Esrig
Viele Pferde strahlen ihrerseits enorme Präsenz aus – wie hier Andrej

Was Pferde für dieses Training mitbringen

Pferde bringen nicht einfach nur durch ihr Tier-Sein schlechthin und der damit verbundenen Unkenntnis menschlicher Ersatzfunktionen für Präsenz den entscheidenden Trainingsfaktor ein. Sie werden für das Training von Präsenz und Führungskompetenz durch zwei Besonderheiten ihrer Art unersetzlich: sie sind Flucht- und sie sind Herdentiere. Als Herdentiere sind sie auf Kommunikation und Kooperation hin angelegt und somit gehört es zu ihrem Wesen, sich auszudrücken und zu verstehen, Vorschläge anzunehmen und selber auszugeben sowie auf gemeinsame Aktionen einzugehen. Nun, das hätten sie auch mit Hunden gemeinsam.

Im Unterschied zu den hundeartigen Beutegreifern aber sind Pferde zudem Flucht- und Beutetiere. Dadurch kommt eine wichtige Besonderheit für das Training ins Spiel. Ihre Haltung gegenüber unseren menschlichen Versuchen des Führens und des Kommunizierens mittels Präsenz ist somit existenzieller Natur: Wenn ein Beutegreifer (zu denen wir Menschen im weitesten Sinn selbst zählen) einen Fehler macht, dann erleidet er einen Verlust (der Wolf zum Beispiel bleibt hungrig). Wenn ein Beutetier einen Fehler macht, dann – so seine Sicht – stirbt es. Diese enorme Bedeutung, die Pferde dem Verstehen unserer Persönlichkeit in unserem Auftreten entgegenbringen, macht sie zu hervorragenden Lehrmeister: sie werden jede Inkongruenz unseres Verhaltens, jede Unklarheit, jede Unsicherheit dramatisch empfinden – und es dadurch sehr klar, auch für Nicht-Pferdekenner – widerspiegeln.

Die berühmte „Spiegelfunktion“ der Pferde

Dadurch haben sich Pferde zunächst für das Führungstraining qualifiziert, dafür sind sie bekannt geworden: durch ihre Eigenart, kleinste und verborgenste Unstimmigkeiten unserer Haltung ebenso wie deren Stärke und Klarheit durch ihre Reaktion sichtbar zu machen. Der Existenzialismus des Fluchttiers Pferd (das alles auf sein Überleben hin bewertet) beschert ihm die berühmte und wichtige Spiegelfunktion im Training des Menschen. Es vergrößert also in seinen Reaktionen die verborgenen (weil unsichtbaren und unausgesprochenen) Implikationen unseres Handelns, Denkens und Fühlens. Kurz gesagt: Pferde machen unsere Präsenz oder deren Fehlen sichtbar.

Damit geben sie dem Trainierenden ein ehrliches Feedback und lassen ein Bewusstsein für die tatsächliche eigene Wirkung entstehen. Dieses Feedback ist dabei so unbeeinflusst von menschlichen „Verunreinigungen“ (wie Entgegenkommen, Höflichkeit, Sympathie, Privilegienhascherei, Stolz etc.), dass der Mensch sich zuverlässig an diesem Bild seiner Wirkung orientieren kann – wie an einem Spiegelbild. Die Spiegelung gibt uns Orientierung und eine Art objektives Urteil über den Stand unserer Führungskompetenz.

An diesem Punkt bleiben viele pferdegestützten Trainings stehen und übertragen dann das, was bewußt gemacht wurde, auf zwischenmenschliche Situationen. Dies geschieht – besonders, wenn es sich um ein Coaching im engeren Sinne handelt – durch ein Gespräch, durch Fragen an den Trainierenden, die ihn oder sie zu einer eigenen Lösungsfindung im neuen zwischenmenschlichen Kontext führen.

Aber pferdegestütztes Training kann auch einen anderen Weg nehmen und die Mitarbeit des Pferdes direkt für das Erlangen von Führungskompetenz als eine neu aufzubauende Befähigung nutzen.

Szene aus dem Präsenz- und Führungstraining von Elma Esrig

Die noch wichtigere Trainingsfunktion der Pferde

Über ein Bewusstwerden hinaus trainieren uns Pferde in einem bestimmten Können, dem „Machen“ von Präsenz, dem Führen als solchen. Auch dies hängt mit ihrer Fluchttier-Natur zusammen: als potenzielle Beute sind Pferde darauf angewiesen, sich blitzschnell, ohne verräterische Laute, auch auf gewisse Distanzen hin unmittelbar zu verständigen. Dies tun sie nicht durch explizite Zeichengebung („Signale“, die gesendet und empfangen werden), sondern durch das Wahrnehmen der Energie anderer Lebewesen, das heißt ihrer spezifischen Körperspannung. Diese ist der unmittelbarste Ausdruck eines inneren Zustands oder Vorgangs.

Um zum Beispiel blitzschnell zu fliehen, geben Pferde einander nicht irgendwelche Zeichen – das wäre bei einer Herde von 20, 30 Tieren, die verstreut, mit Abstand zueinander grasen, viel zu umständlich und langsam. Die plötzliche alarmierte Erhöhung der Körperspannung eines Tieres reicht aus (sie überträgt sich!), um alle anderen anzustecken und die gemeinsame Flucht auszulösen.

Warum ist diese Fähigkeit, die doch so weit weg von konkreten menschliche Führungssituationen erscheint, trotzdem die wesentliche in einem pferdegestützten Training?

Szene aus Elma Esrigs Präsenz- und Führungstraining
Conny mit der richtigen geistig-körperlichen Energie führt Galeon aus der effektivsten Position heraus

Weil sie die Trainierenden vor die Aufgabe stellt, echte Körpersprache zu erlernen. Mit „echt“ meine ich eine Körpersprache, die keine Übersetzung von Verbalem in körperliche Gesten darstellt, keine Pantomime formt, sondern die Sprache des Körpers selbst ist: die Sprache der Energie. Damit möchte ich keineswegs etwas Esoterisches bezeichnen, sondern ich fasse damit den Ausdruck unserer Innerlichkeit (Absichten, Gefühle, Haltungen) als eine Spannung unserer Tiefenmuskulatur. Diese unmittelbare körperliche Entsprechung unseres inneren Wesens in diesem konkreten Moment – das ist Präsenz.

Durch ihre Aktionen und Reaktionen auf uns trainieren Pferde diese Fähigkeit, uns selbst im Kontakt mit anderen zum Ausdruck zu bringen. Und genau damit trainieren sie auch unsere Fähigkeit zu führen. Jedes Pferd, so sagen wir Pferdemenschen, kann und will geführt werden und einige von ihnen können auch selbst führen (wenn es sonst niemand tut). Sie sind damit der einzigartige Trainingspartner für Menschen, die Führung „können“ wollen, die echtes Führen meistern wollen – dasjenige Führen, das allein Pferde überzeugt: aus körperlich-geistiger Präsenz heraus.

Welche Voraussetzungen gibt es im pferdegestützten Führungstraining?

Noch vor 10 oder 15 Jahren war pferdegestütztes Training wirklich exotisch, aber dann wurde es – vor allem unter dem Begriff „pferdegestütztes Coaching“ – immer populärer. Inzwischen gibt es eine unüberschaubare Zahl von diesen Trainings, Akademien, die pferdegestützte Coaches ausbilden (wie zum Beispiel das MindMirror Coaching von Franziska Müller, um eins der bekannteren zu erwähnen) und Fachliteratur (hier eine Übersicht).

Das klingt nicht sehr ermutigend? Soll es auch nicht. Wie bei allem, was einen Hype auslöst, solltest du genau hinschauen. Nicht jeder, der seine Pferde für „Übungen“ bereitstellt, ist schon dadurch Coach oder Trainer. Diese Begriffe sind nicht geschützt, wie du vermutlich weißt. Und selbst eine Ausbildung zum pferdegestützten Coach garantiert keineswegs, dass damit echte Kompetenzen erworben wurden.

Ohne hier gängige Konzepte hinterfragen oder gar kritisieren zu wollen, möchte ich dich zumindest für die Bedingungen sensibilisieren, die ein fundiertes pferdegestütztes Präsenz- und Führungstraining braucht.

Voraussetzungen auf Seiten des Pferdes

Damit Pferde ihren unglaublich wertvollen Beitrag im Führungstraining leisten können, dürfen sie nicht konditioniert und nicht desensibilisiert worden sein. Und hier beginnt schon die ganze Problematik.

Wir brauchen keine abgestumpften Pferde …

Der absolut größte Teil der Pferde in Menschenhand wurden im Laufe ihrer Ausbildung methodisch auf maximalen Gleichmut hin trainiert – mit anderen Worten: desensibilisiert. Zum einen verständlich, da die Angst- und Panikreaktionen eines Fluchttieres von der Größe und Reaktionsschnelligkeit des Pferdes, für uns Menschen das größte Gefahrenpotential bilden. Also werden Pferde fast immer mit „Anti-Schreck-Trainings“ und Übungen unter anderen Namen auf Gelassenheit in verschiedensten Situationen (und damit auf Händelbarkeit für Menschen) trainiert. Verschiedenste Gegenstände und Situationen sollen damit beim Pferd keine Angstreaktion mehr hervorrufen.

Aufgebrachtes Pferd  in Elma Esrigs Präsenz- und Führungstraining
Aufgebrachte Pferde – für viele Menschen ein NoGo …

Ein solches Training führt – ganz wertfrei gesprochen – zu einer Abstumpfung des Tieres gegenüber möglichen Auslösern eines Fluchtreizes (Autos, Hunde, Untergründe, Geräusche, Bewegungen, Wasser etc.). Damit wird das Pferd desensibilisiert. Der Verlust an Sensibilität hat aber die Kehrseite, dass es erstens auch anderen Reizen gegenüber weniger reagiert, diese durch sein Verhalten nicht mehr beantwortet – zum Beispiel menschliche Aktionen. Solche Pferde wirken zwar sicherer als jene, die nicht desensibilisiert wurden, sie verlieren jedoch auch weitgehend ihre Spiegel- und vor allem Trainingsfunktion. Zweitens haben diese Pferde nicht gelernt, sich in ungewohnten Situationen am Menschen zu orientieren, mit diesem Rücksprache zu halten, ja den Menschen generell als Kommunikationspartner in allen Lebenslagen anzusehen. Es ist die Situation, die durch das Training ungefährlich geworden ist, es ist nicht der Mensch, der deren Ungefährlichkeit durch seine Führung jeweils neu vermittelt. Solche, fälschlicherweise „Verlasspferde“ genannten Tiere eignen sich in meinen Augen nicht für ein pferdegestütztes Präsenz- und Führungstraining.

Nicht desensibilisiert zu sein, bedeutet nicht „gefährlich“! Hier springt Galeon kurzzeitig in einen aufgebrachten Galopp, weil die Trainierende ihre Energie zu plötzlich und hart erhöht hat. Galeon reagiert angemessen und zeigt, wie sich der Mensch gerade angefühlt hat. Im Verlauf der Übung hilft er so dem Trainee seine Energie besser zu dosieren.

… und schon gar nicht konditionierte Pferde!

Konditionierung! Sie scheint der Königsweg zu sein, um – als einziges intelligentes Wesen im Universum – alle anderen dazu zu bringen, das zu tun, was wir wollen. Ok, Schluss mit Ironie. Was ist Konditionierung? Die klassische Konditionierung – denke an den Pawlowschen Hund, der speichelt, wenn nur die Glocke ertönt – etabliert ein neues, künstliches Reiz-Reaktions-Schema, das (so die Hoffnung) ebenso zuverlässig funktioniert wie eine natürliche Reiz-Reaktions-Kette.

Manche Pferdehalter konditionieren ihre Pferde darauf, in beängstigenden Situationen den Kopf zu senken. Das ist – aus Sicht der Natur – ähnlich absurd wie zu speicheln, wenn eine Glocke klingelt. Aufgeregte Pferde heben den Hals an, sie spannen den Körper und machen sich so fluchtbereit. Das ist für uns Menschen allerdings unpraktisch (und beängstigend). Wenn wir das Pferd auf Kopfsenken konditionieren, dann unterbinden wir nicht nur die potentiell gefährliche Reaktion, sondern auch das stimmige Zumausdruckbringen seiner Gefühlswelt … Egal, der Gaul bleibt stehen.

Nun, das Sich-Ausdrücken-Dürfen ist aber die Voraussetzung dafür, dass das Pferd uns trainieren kann. Im Training möchten wir eine Veränderung seiner Gedanken und Empfindungen erreichen durch immer empathischeres, klareres Führen. Wir wollen nicht bloß ein bestimmtes Verhalten sehen (das Pferd steht, egal, wie es in ihm aussieht)!

Führen zu können bedeutet: einen echten Unterschied zu machen. Es bedeutet, den anderen in seiner Einstellung, seinem Denken und Fühlen, seiner Haltung zu betreffen. Es bedeutet nicht, dass wir eine äußere Aktion als Automatismus auf den von uns gesetzten Reiz (Befehl) erhalten.

Szene mit Pferd: Elma Esrigs Präsenz- und Führungstraining
Nur ohne Konditionierung erhalten wir auch das aussagekräftige Zeugnis: „Es ist gut und sicher mit dir.“

Voraussetzungen auf Seiten des Menschen

Am häufigsten stellt sich bei pferdegestützten Trainings die Frage nach der Übertragbarkeit und damit nach der Relevanz der Ergebnisse. Ist das, was das Pferd im Training anzeigt und vom Menschen fordert, denn überhaupt dasselbe, was ein anderer Mensch empfinden und in Führungskontexten brauchen würde? Nur wenn wir annehmen, dass dem so ist, dann ist die Voraussetzung erfüllt, dass so ein Training Sinn macht. Das wäre die einfache logische Idee.

Aber ich möchte folgende Überlegung anstoßen: lassen wir einmal die Frage beiseite, ob das, was sich auf Seiten des Pferdes abspielt (seine Beurteilung und Forderung an unser Führungsverhalten) übertragbar ist auf ein menschliches Wesen. Das ist gar nicht so wichtig, wie ich finde. Das Pferd hat hier im Führungstraining keine Stellvertreter-Funktion! Es steht nicht für einen menschlichen Partner. Es ist der (Co-)Trainer, der bestimmte Fähigkeiten, die ein Mensch grundsätzlich besitzt, durch seine erhöhte Sensibilität hervorbringt, stärkt und für uns verfügbar macht. Im Training also nimmt das Pferd nicht in ersterer Linie die Rolle eines anderen Menschen (im Business-Kontext zum Beispiel) ein. Es steht nicht für etwas anderes als es selbst ist. Sondern es kann – aufgrund seiner arteigenen und individuellen Eigenschaften – Präsenz trainieren, Kontakt erlebbar machen, Klarheit und Fokus einfordern.

Von Seiten des Menschen sind also keine besonderen Voraussetzungen notwendig, keine Anhängerschaft für eine bestimmte Theorie über Ähnlichkeiten zwischen Pferden und Menschen oder ähnliches. – Nur die Offenheit für die Überraschungen, die diese Wesen uns mit uns selbst bescheren, die wäre sehr hilfreich.

Präsenz- und Führungstraining bei Elma Esrig im Winter

Pferde – Tiere überhaupt – zu mögen, wäre dennoch von Vorteil. Angst kann leichter überwunden werden als Abneigung, die im Training gewiss hinderlich wäre …

Wie läuft ein pferdegestütztes Präsenz- und Führungstraining ab?

Du kannst es dir bestimmt denken: es gibt nicht den einen Ablauf. Und ich kenne sicher nicht alle möglichen. Am besten ist, ich beschreibe dir den Ablauf in meinen Trainings an einem konkreten Beispiel.

Wie es beginnt …

Szene aus Elma Esrigs Präsenz- und Führungstraining

Du betrittst gemeinsam mit mir und dem Pferd den Arbeitsplatz. Das ist entweder ein Roundpen (ein rund eingezäunter Sandplatz von 16 Metern Durchmesser) oder eine kleine viereckige Arbeitshalle. Sobald die Tür geschlossen ist, wird dem Pferd das Halfter abgemacht, es kann sich frei bewegen. Du stehst (allein oder mit mir zusammen) etwa in der Mitte des Platzes und beobachtest, was das Pferd macht. Da das Pferd die Umgebung kennt, ist es nicht besonders nervös, sicher aber etwas angespannt, weil es aus der Herde herausgenommen wurde und dich und die anderen Trainierenden nicht kennt. Es wird dich vermutlich wenig beachten, statt dessen den Raum genauer erkunden und die äußere Umgebung scannen – du bist nur „Umwelt“ für das Pferd.

Im Folgenden besteht unsere Arbeit darin, dass ich dir zeige, wie du bedeutsam wirst: wie erzeugst du – ohne Locken oder Drohen – Interesse, dann Respekt und Vertrauen, alleine durch deinen Körperausdruck und dein Verhalten (Bewegungen, Blick uvm.)? Wann und wodurch wirst du relevant in der Welt dieses Pferdes? Wenn dir das gelungen ist, wird das Pferd die Umgebung immer mehr ausblenden und beginnen, sich auf dich zu fokussieren: es kommt zu dir, läuft frei mit dir mit, bleibt zusammen mit dir wieder stehen. In dieser Anfangsphase des Trainings wirst du das Pferd aus einer unmittelbar vor ihm befindlichen Position heraus führen, mit deiner Körperspannung, deiner „Energie“.

Die Arbeit beginnt mit der Kontaktaufnahme, die du anbietest und in die das Pferd einwilligt

.. und wie es sich entwickeln kann

Zu einem späteren Zeitpunkt der Arbeit beginnst du das Pferd von der seitlichen Führposition aus mitnehmen. Du befindest dich dann etwa 1,5 – 2 Meter (später auch bis zu 6 Metern) vom Pferd entfernt, auf der Höhe seines Bauches. Das Pferd bewegt sich außen in einer Kreisbahn, du läufst auf der inneren Kreisbahn. Du lernst, das Pferd die Richtung wechseln zu lassen, es anzutraben oder auch zu galoppieren, es zu dir in die Mitte einzuladen oder von dir wegzuschicken …

Alle Übungen erfolgen vom Boden aus. Du brauchst keinerlei Vorkenntnisse im Umgang mit Pferden. Meine Pferde haben nicht gelernt, Signalen zu gehorchen. Sie sind darauf nicht konditioniert worden. Sie tun nur das und tun dies nur so, wie es deine Körpersprache sie verstehen lässt. Und nicht nur das. Verstehen allein reicht nicht, denn es gibt für sie keinen Zwang, deine Vorschläge auszuführen. Über das Verstehen hinaus, brauchen sie die klare Verbindlichkeit, dass dir wichtig ist, was du vorschlägst – und dass die Umsetzung ihnen „etwas bringt“. Dieses „etwas“ ist keine Belohnung im herkömmlichen Sinn. Es ist die Freude an der Gemeinsamkeit, am Kontakt, die Faszination, die dein Körper ihm bezüglich eures Vorhabens vermittelt.

Elma Esrig mit Andrej im Präsenz- und Führungstraining

Durch das Training mit einem Pferd wird deine Führung auf Präsenz gegründet. Sie wird körperlich, kongruent, klar und kraftvoll, sie stellt Kontakt her und sieht sich in der Verantwortung. In der Verantwortung, Führung faszinierend für andere auszuüben.

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Du hast noch Fragen oder Bemerkungen? Teile gerne deinen Kommentar unter diesen Beitrag! Und wenn du mehr Informationen zu meinen Präsenz- und Führungstrainings möchtest, dann schreib mich direkt an: elma@wissen-macht-wirkung.com.

Elma Esrig blickt leicht lächelnd in die Kamera. Sie ist als Porträt zu sehen und man erkennt eine weiße Bluse mit Spitzen.

Elma Esrig – „wissen macht wirkung, aber nur, wenn es nicht bloß vorgetragen und überbracht wird.“

Meine Überzeugung ist:  Das Rad des Auftretens und Vortragens muss eben doch neu erfunden werden! Nicht weiter die Kopie einer Kopie einer Konvention abliefern, weil man glaubt, "das gehört so", so reden gute Redner, das erwartet das Publikum. Sondern mit Präsenztechniken körperlich, geistig und sprachlich a n d e r s handeln.
Dafür und darauf: sich anders vorbereiten.

So sind wir Menschen: Wir lieben es, intellektuell verführt zu werden.
Und dieses Verführen ist mein Metier.

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