Was ist OBS Software?
Definition und Funktionsumfang von OBS Software
OBS Software (Open Broadcaster Software) ist eine kostenlose Open-Source-Anwendung zur Videoaufnahme und zum Livestreaming. Sie ermöglicht es, unterschiedliche Video-, Audio- und Grafikelemente zu kombinieren, live zu mischen und als Stream oder Aufzeichnung auszugeben.
Im Kern ist OBS Studio kein reines Streaming-Tool, sondern eine Produktionsumgebung für Bewegtbild.
Für wen eignet sich OBS Studio?
Die OBS Software eignet sich besonders für:
- Trainer:innen, Coaches und Speaker,
- Unternehmen und Marketing-Teams,
- Webinar-Hosts und Online-Event-Produzenten,
- Podcaster und Content-Creator,
- für alle, die Online-Formate professioneller, kontrollierter und wirkungsvoller gestalten möchten.
Ist OBS Software wirklich kostenlos?
Lizenz, Open Source und Einschränkungen
OBS Software ist vollständig kostenlos und Open Source. Der Vorteil ist, dass OBS Studio nicht an kommerziellen Interessen eines Unternehmens hängt.
Es gibt:
- keine Wasserzeichen
- keine Abo-Modelle
- keine funktionalen Einschränkungen
Die Software wird von einer internationalen Entwickler-Community gepflegt und kontinuierlich weiterentwickelt. Das ist der Grund, warum es viele Plugins gibt, die die Funktionalitäten erweitern. Du kannst OBS Studio zu deinem eigenen individuellen Tool machen.
OBS Software installieren und richtig starten
Unterstützte Betriebssysteme
OBS Software läuft auf:
- Windows
- macOS (Intel & Apple Silicon)
- Linux
Welche Hardware braucht OBS Software?
Die benötigte Hardware hängt stark vom Einsatzzweck ab. Für professionelle Anwendungen sind besonders relevant:
- Leistungsfähige CPU oder Hardware-Encoder (z. B. Apple Silicon, NVIDIA NVENC)
- Mindestens 16 GB RAM
- SSD-Speicher
- Stabile Internetverbindung für Livestreams
Läuft OBS Software auch auf Laptops?
Ja, OBS Software läuft auch auf Laptops.
Allerdings stoßen mobile Systeme bei komplexen Setups (mehrere Kameras, Browser-Quellen, Remote-Gäste, gleichzeitige Aufnahme und Streaming) schneller an Leistungsgrenzen.
OBS Studio installieren: So geht’s schnell & sicher
OBS Studio kannst du direkt von der obsproject.com Website herunterladen, auf der Startseite hast du Zugriff auf die Versionen für MacOS, Windows und Linux.
Die Installation ist auf Mac und Windows – du folgst einfach den Installationsanweisungen deines Systems (zu Linux kann ich dir leider nichts sagen, da kenne ich mich schlicht und einfach nicht aus).
Beim ersten Öffnen bekommst du dann gleich das Dialogfenster, den Einrichtungsassistenten. Der übernimmt für dich nach Auswahl deiner Verwendung (Streamen, Aufnehmen oder virtuelle Kamera) automatisch die wesentlichen Einstellungen.

Wo ist der OBS Ordner?
Im Datei-Menü findest du den Punkt “Einstellungsordner öffnen”, dann gelangst du direkt zu dem OBS Ordner. Dort liegen die Daten der Profile und Szenen, die Logdateien, Plugins und Updates.
OBS richtig einrichten: der OBS Asset Ordner
Was du unbedingt als Erstes tun solltest, ist, dir einen Ordner anzulegen, in dem du alle Elemente, die du in OBS benutzen willst (Logo-Dateien, Bilder für Hintergründe, Videos etc.), zentral ablegen solltest. OBS kopiert diese Elemente nicht in die Programmdaten, sondern speichert nur den Dateipfad, von wo das Element nach OBS Studio importiert worden ist. Ändert sich der Pfad (weil du den Ordner verschiebst, oder Ordner bzw. Dateien umbenennst), findet OBS die Datei nicht mehr und kann sie nicht mehr anzeigen.
Einen kleinen Guide mit den 10 größten Stolpersteinen beim Einrichten von OBS, und wie du sie vermeidest, findest du in diesem Blogartikel.
Szenen und Quellen in der OBS Software verstehen
Was sind Szenen in OBS Studio?
Szenen sind Layouts der Elemente, die du aus verschiedenen Quellen zusammengestellt und inszeniert hast. Jede Szene definiert also, was das Publikum sieht und hört.
Beispiele:
- Dein Sprecherbild mit der zentralen Kameraeinstellung
- Ein zweites Sprecherbild aus einer anderen Perspektive
- Kamera + Präsentation (egal, ob PowerPoint, Keynote, Canva, …)
- Sprecherbild groß, Folien klein
- Interview-Layout mit zwei oder mehreren Kameras (auch externe über das Internet eingespielte Kamerasignale)
- Sprecherbild + ein Tablet als digitales FlipChart
- …
Was sind Quellen?
Quellen sind die einzelnen Bausteine innerhalb einer Szene, das können sein:
- Kamera
- Mikrofon
- Fenster von beliebigen Programmen (z.B. Präsentationstools, PDFs, etc.)
- Bilder (Logos, virtuelle Hintergründe, …)
- Videos
- Browser-Inhalte
- Texte (Nametags der Sprecher, Einblendungen von Chat-Fragen aus der Videokonferenz-Software, …)
Mehrere Kameras mit OBS Software nutzen
OBS Software erlaubt den parallelen Einsatz mehrerer Kameras und den Wechsel zwischen ihnen (manuell, per Tastenkürzel oder über externe Controller, zum Beispiel den Elgato StreamDeck). Damit kannst du z.B. in einem Schulungsvideo zwischendurch eine etwas andere Perspektive einnehmen, was so ein Video lebendiger und damit wirkungsvoller macht.
Das können die Kameras sein, die du per USB oder XLR am Rechner angeschlossen hast, oder Kameras, die sich im gleichen Netzwerk befinden (das geht dann über das Plugin NDI), oder Kameras vor irgendwo auf der Welt (über das Web-Tool VDO.ninja). So kannst du Interviews mit einem oder mehreren Gesprächspartnern machen, mit einem Interviewpartner ein LinkedIn Live-Event direkt aus OBS heraus streamen oder einen Podcast aufnehmen.
Audio in OBS Software: häufige Fragen und typische Probleme
Warum gilt Audio in OBS Software als komplex?
OBS Software trennt konsequent zwischen:
- Audio-Quellen (alles, was Audio-Eingabe macht, also Mikrofone, Videos, etc.)
- Audio-Routing (der Weg, den du für die einzelnen Audiosignale festlegst, um entweder im Live-Stream, in der Aufnahme oder in getrennten Spuren für spätere Bearbeitung zu landen, wenn du z.B. Musik nur in der Aufnahme, nicht aber live haben möchtest)
- Monitoring (das, was du selber hörst)
- Ausgabe (das, was nach draußen hin gestreamt wird)
Das ermöglicht hohe Flexibilität – erfordert aber ein bewusstes Setup. Das ist ein recht spezielles Thema, und könnte vielleicht in einen eigenen Blogartikel wandern … mal sehen (oder hören 😅).
Mehrere Audioquellen gleichzeitig nutzen
Mit OBS Software lassen sich problemlos kombinieren:
- Mikrofon
- System-Audio
- Musik
- Remote-Gäste
Audio-Monitoring und Latenz
Audio-Monitoring erlaubt es, Signale selbst zu hören, ohne sie doppelt auszugeben.
Typische Probleme entstehen durch:
- unterschiedliche Latenzen von Video und Audio
- Browser-basierte Gäste
- falsche Monitoring-Einstellungen
OBS Software ermöglicht eine ms-genaue Audio-Synchronisation. In den “Erweiterten Audioeigenschaften (du kannst die aufrufen über das Zahnrad links unten im Audiomixer) kannst du für jede Audioquelle separat einen Synchronisationsausgleich in ms-Werten eingeben.
Wenn der Ton vor dem Bild kommt, kannst du den Ton in Millisekunden-Schritten (z. B. 50ms) nach hinten verschieben. Wenn das Bild zu früh kommt, muss ein Verzögerung auf die Kamera angewendet werden, damit Lippenbewegung und Ton synchron sind (mit der “Renderverzögerung” – das ist ein Filter, den du auf die Kamera-Quelle anwendest).


Livestreaming mit OBS Software
Zu welchen Plattformen kann OBS Studio streamen?
OBS Studio ist in der Ausgabe so ziemlich universell, es geht u. a.:
- YouTube Live
- Vimeo
- LinkedIn Live
- Facebook Live
- Twitch
- Restream
- Zoom, Microsoft Teams, Google Meet und im Prinzip jede andere Videokonferenz-Software (über die virtuelle Kamera)
Was ist RTMP und warum ist es wichtig?
RTMP (Real-Time Messaging Protocol) ist das Protokoll, über das OBS Studio Audio- und Videosignale an Streaming-Plattformen überträgt. Es bildet die technische Grundlage nahezu aller professionellen Streams. Es wurde ursprünglich von Adobe entwickelt, um Audio, Video und Daten nahezu verzögerungsfrei über das Internet zu übertragen – ideal für Live-Streaming-Dienste wie YouTube und Twitch.
Gleichzeitiges Streaming ist auf mehrere Plattformen ist möglich:
- über externe Multistream-Dienste, wie z.B. Restream
- oder über spezielle Plugins, wie Aitum Multistream
Aufnahmen mit OBS Studio erstellen
Was nimmt die OBS Software tatsächlich auf?
Standardmäßig nimmt OBS Software das finale Szenen-Signal auf – also das, was auch im Stream zu sehen wäre.
Gleichzeitiges Streaming und Aufnehmen
OBS Software kann gleichzeitig streamen und aufnehmen, wenn:
- geeignete Encoder genutzt werden
- die Hardware ausreichend dimensioniert ist
Empfohlene Aufnahmeformate
Für maximale Stabilität:
- Aufnahme in MKV (ein offenes Containerformat für Multimedia, sehr stabil und absturzsicher)
- anschließendes Remuxing in MP4 (das jeweilige Umrechnen)
Wo speichert OBS die Videos?
OBS speichert Aufnahmen standardmäßig im Videoordner deines Benutzerkontos (z.B. C:\Benutzer\<deinName>\Videos). Du findest den genauen Speicherort aber unter Datei > Einstellungen > Ausgabe > Aufnahme (Aufnahmepfad) und kannst ihn dort auch ändern, um Videos direkt in einen selbst gewählten Ordner zu speichern. Das ist für die Übersichtlichkeit sicherlich besser.
So findest oder änderst du den Speicherort:
- Öffne OBS Studio.
- Klicke unten rechts auf „Einstellungen“.
- Wähle im Menü links den Reiter „Ausgabe“.
- Stelle sicher, dass der „Ausgabemodus“ auf „Einfach“ oder „Erweitert“ steht.
- Wechsle zum Tab „Aufnahme“.
- Dort siehst du den „Aufnahmepfad“ – dies ist der aktuelle Speicherort Ihrer Videos.
- Klicke auf „Durchsuchen“, um einen neuen Ordner auszuwählen.
Tipp: Ändere den Pfad auf eine SSD oder einen gut organisierten Ordner, um Speicherplatzprobleme zu vermeiden und deine Aufnahmen leichter wiederzufinden.
Performance, Stabilität und typische Fehler
Wenn die CPU-Last in OBS Software sehr hoch ist, woher kann das kommen?
Häufige Ursachen sind:
- zu hohe Auflösung oder FPS (Frames Per Second, die Anzahl der Bilder, die pro Sekunde erzeugt werden)
- Software-Encoder statt Hardware-Encoder
- viele Browser-Quellen
- komplexe Filter und Effekte
Hardware-Encoder vs. Software-Encoder
Für die meisten Szenarien sind Hardware-Encoder deutlich effizienter:
- Apple VT
- NVIDIA NVENC
- Intel QuickSync
OBS Software stabil betreiben
Bewährte Maßnahmen dafür sind:
- realistische Auflösungen und FPS
(für normale Video-Meetings in Zoom oder Teams reichen in der Regel 30 FPS, nur wenn der Rechner stark genug ist macht bei Videos und Gaming 60 FPS Sinn). - sparsame Nutzung von Browser-Quellen
- Plugins gezielt einsetzen
- Testumgebung (Portable Mode) für Updates nutzen (das ist eine komplett eigenständige OBS-Installation inklusive aller Einstellungen, Szenen, Quellen und Plugins in einem einzigen Ordner, ohne die System-Installation zu beeinflussen.)
Plugins und Erweiterungen für OBS Software
Was sind OBS-Plugins?
Plugins erweitern die OBS Software um zusätzliche Funktionen, z. B.:
- erweiterte Audio-Tools
- Automatisierungen
- Szenen-Switcher
- Countdown Timer
- Mulitstreaming
- Vertical Mode
Die OBS Studio Plugins mit Erklärungen und Downloads findest du hier.
Risiken von Plugins
Plugins können:
- mit Updates inkompatibel sein
- die Stabilität beeinträchtigen
Bevor du ein Update deiner Produktiv-Version von OBS Studio machst, solltest du es bestenfalls erst in der Testumgebung machen (dem Portable Mode). In dem OBS Studio Plugin Guide findest du nützliche Informationen, Infos zum Installieren und Deinstallieren sowie einer Plugin-Kompatibilitäts-Liste.
Professionell arbeiten heißt: Plugins testen – nicht blind produktiv einsetzen.
OBS Studio im Webinar- und Business-Einsatz
Die OBS Software mit Zoom, Teams & Co. nutzen
Das ist eine der großen Stärken von OBS Studio: die große Flexibilität nach allen Seiten hin. Nicht nur die Vielzahl verschiedener Quellen frei gestalten sondern gleichzeitig nahezu unbegrenzt das Videobild zu externen Systemen schicken. OBS Studio kann nämlich
- als virtuelle Kamera genutzt werden, die in jeder Videokonferenzsoftware als Kamera ausgewählt werden kann,
- oder über RTMP direkt in Plattformen einspeisen (das Streamen zu YouTube, Facebook, LinkedIn Live & Co.).
Warum leidet die Qualität in Zoom?
Zoom, Teams & Co. priorisieren Stabilität und eine geringe Latenz (Verzögerung). Deshalb reservieren die Videokonferenzsysteme die bestmögliche Auflösung, wenn sie wirklich gebraucht wird. Im regulären Meeting mit den Videokacheln der Teilnehmer wird eine normale Auflösung von 720p gefahren. Erst wenn Inhalte geteilt werden, vermuten Zoom und Teams, dass Folien mit kleinen Schriftgrößen gezeigt werden – die sind ohne hohe Auflösung kaum lesbar – also schrauben sie die Auflösung (1080p) nach oben.
Wenn du über OBS nur dein Kamerabild oder Folien nur mit Bildern und großen Schriften (Headlines) überträgst, nutze einfach nur die virtuelle Kamera, um am Meeting teilzunehmen.
Willst du detaillierte Informationen, kleinere Texte, Daten, Tabellen etc. teilen, nutze die Zoom/Teams-Funktion des “Freigebens”. In einem Webinar oder eine Online-Keynote würde ich von vornherein mit dem Freigeben starten, das hat mehrere Vorteile:
- du bist der Freigabe-Funktion für alle Teilnehmer im Fokus,
- Zoom, Teams & Co. stellen die beste Auflösung zur Verfügung,
- wann immer du im Webinar oder der Keynote Folien ein- oder ausblenden möchtest, machst du das ausschließlich über das Umschalten in der OBS Software.
Ist OBS Studio für professionelle Webinare geeignet?
Ja absolut – unter der Bedingung:
OBS Studio ist ein Produktions-Tool, kein Webinar-Tool. Wirkung entsteht durch:
- eines klares Setup,
- eine durchdachte dramaturgische Planung und Inszenierung,
- die sichere Bedienung.
Deshalb ist ein guter und strukturierter Aufbau in OBS, eine saubere Planung deiner Präsentation, und die souveräne Steuerung der Dramaturgie wichtig. Deshalb kann ich dir eine fundierte Schulung, und für das Handling das Elgato StreamDeck empfehlen.
Wie schnell lässt sich OBS Software lernen?
Realistische Lernkurve
- Grundlagen: 1–2 Tage
- Sicherer Einsatz: 1–2 Wochen
- Professionelle Nutzung: fortlaufender Prozess
Häufigster Anfängerfehler
Zu komplexe Setups ohne klares Ziel.
Erfolgreich ist, wer mit einem klaren Minimal-Setup startet und schrittweise erweitert.
Fazit: OBS Software ist nicht nur einfach ein Tool – sondern ein Produktionsraum.
OBS Software eröffnet enorme gestalterische und technische Möglichkeiten.
Wer sie versteht und bewusst einsetzt, kann:
- Online-Formate professionalisieren
- Präsenz und Wirkung steigern
- Webinare, Livestreams und Videos auf ein neues Niveau heben
Nicht die Technik entscheidet – sondern die Klarheit darüber, was du zeigen willst und warum. Wenn du mehr über OBS Studio erfahren willst, wenn du deinen Produktionsraum, deinen Kommunikationsraum mit OBS aufbauen willst, können dir meine Angebote zu OBS Studio weiterhelfen.

