Gestikulieren in Online-Meetings: mit Video Meeting Signals kannst du das Gruppengefühl stärken

Martin Heppner  - 18.01.2026 - Dramatik & Didaktik – Aktualisiert: 05.02.2026 - Kommentare: 0


Martin hält die Hand aufs Herz und signalisiert damit: ich fühle mit dir. Der Titel des Blogbeitrags ist links geschrieben: Video Meeting Signals (VMS)

Feedback, Rückkopplung, Austausch – das sind zentrale Wesensmerkmale von Kommunikation. In jedem Moment eines Gesprächs oder einer Diskussion, achten wir auf das Feedback unseres Gegenübers – über seine Mimik, Gestik und Körperspannung. Wenn wir im Gespräch gestikulieren, vermitteln wir auch unbewusst unsere Befindlichkeit und unsere Einstellung – das ist einer der Gründe, warum wir uns im Gespräch gegenseitig anschauen. “Wie kommt das an, was ich tue, werde ich verstanden, werde ich akzeptiert mit meiner Meinung?” Genau genommen ist unser Wunsch nach Feedback Teil des ewigen Ringens um Verständnis und Anerkennung, nach Akzeptanz – nach der Sicherheit, nicht allein zu sein. 

Sind wir in OnlineMeetings unterwegs, sieht man als Reaktion häufig diese lustigen kleinen Emojis mit lachenden Gesichtern, Herzchen und Luftschlangen. Irgendwie praktisch, einfach auf ein Knöpfchen zu drücken, und schon fliegen Zeichen meiner inneren Befindlichkeit über die Videokachel.

Aber ist es wirklich sinnvoll, Emojis zu nutzen, um ein persönliches, individuelles Feedback zu einem Gespräch zu vermitteln?

Forscher des University College London (insbesondere Prof. Daniel Richardson und Paul Hills) und der University of Exeter haben genau dies untersucht. Sie entwickelten Video Meeting Signals (VMS), eine Kommunikationstechnik, die wissenschaftlich nachgewiesen die psychologische Belastung von Videokonferenzen reduziert und darüber hinaus die Gruppenzugehörigkeit der Teilnehmer signifikant verbessert. Im Gegensatz zu der weitverbreiteten Annahme schneiden Emojis als Feedback-Mechanismen deutlich schlechter ab als natürliche Handgesten, was grundlegend für das Verständnis effektiver virtueller Kommunikation ist.

In randomisierten kontrollierten Studien haben die Forscher VMS getestet. Die Ergebnisse waren eindrucksvoll:

Erste Studie mit über 100 Studierenden:

  • Studierende mit VMS-Training bewerteten ihre persönliche Erfahrung signifikant höher,
  • Sie berichteten über stärkere Zugehörigkeit zur Gruppe,
  • Ihre wahrgenommenen Lernoutcomes waren deutlich besser,
  • In Transkripten verwendeten sie mehr positive Sprache und weniger negative Sprache.

Follow-up-Studie mit Emoji-Vergleich:

Entscheidend ist: Dieselbe Studie testete auch eine Emoji-Bedingung, bei der Teilnehmende Emojis statt Gesten nutzen sollten. Die Emoji-Gruppen erlebten NICHT die gleiche Verbesserung.

Das ist nicht nur wichtig, um das gegenseitige Verständnis zu verbessern, sondern auch, um die psychologische Belastung durch Videokonferenzen  zu reduzieren. Die spezifischen nonverbalen Mechanismen von OnlineMeetings sind nach wie vor belastend für unser Gehirn.

Warum Gestik Emojis übertrifft: Die neurowissenschaftliche Erklärung

Die Spiegelneuronen-Aktivierung

Der Schlüssel zum Verständnis liegt in der Spiegelneuronen-Aktivität. Das menschliche Spiegelneuronensystem ist evolutionär dazu ausgebildet, menschliche Handlungen und Gesten zu verstehen. Wenn wir eine zielgerichtete Geste sehen, aktiviert unser Gehirn automatisch die gleichen motorischen Zentren, als würden wir diese Geste selbst ausführen. Das „Mithandeln“ erleichtert das gegenseitige Verständnis, soziales Lernen wird extrem beschleunigt, die Koordination von Gruppen wird stabilisiert. Empathie ist zwar nicht der Entwicklungsgrund für Spiegelneuronen, aber definitiv eine zentrale Nebenwirkung.

Emojis sind statische, zweidimensionale Symbole, die diesen motorischen Resonanzprozess nicht in gleicher Weise aktivieren. Obwohl Emojis durchaus Emotionen vermitteln können, fehlt ihnen die motorische und individuelle Komponente der echten Gestik. Das Spiegelneuronensystem reagiert auf biologische Bewegung, nicht auf Symbole.

Besonders wichtig für Video Meetings ist die interbrain coherence: Wenn zwei Menschen Gesten austauschen, synchronisieren sich ihre Gehirnmuster. Diese neuronale Kopplung fördert Kooperation, gegenseitiges Verständnis und soziale Bindung. Emojis erzeugen diese Art von Gehirn-zu-Gehirn-Kopplung nicht.

Die Rolle der körperlichen Aktion

Ein entscheidender Unterschied ist auch die Produktion vs. Rezeption: Es ist nicht nur das Beobachten von Gesten wichtig, sondern auch das Ausführen der Gesten selbst. Wenn Teilnehmende aktiv selbst Gesten machen, aktiviert dies ihre Motorik und ihre kognitiven Prozesse tiefergehend.

Bei Emojis gibt es diesen körperlich produktiven Aspekt nicht – man klickt einfach auf einen Button. Dies erklärt auch, warum VMS laut Forschung zu besserem Lernen führt: Die motorische Aktivierung während der Gestenproduktion verstärkt das Lerngedächtnis.

Die psychologischen Effekte: Warum VMS wirkt

Soziale Präsenz und Affiliation

Video Meeting Signals funktioniert, weil es das Social Presence-Problem löst. Social Presence ist das subjektive Gefühl, wirklich mit anderen präsent zu sein – nicht nur technisch verbunden, sondern menschlich verbunden. Videokonferenztechnologie allein vermittelt dies schwach.

Gesten sind eine uralte, prä-verbale Kommunikationsform – sie funktionieren intuitiv und authentisch. Sie schaffen ein Gefühl echten Kontakts, weil unser Gehirn evolutionär darauf programmiert ist, menschliche körperliche Signale zu verstehen und ihnen zu vertrauen.

Die Forschung zeigt: Wenn Menschen VMS verwenden, fühlen sich sie näher beieinander, auch wenn sie räumlich isoliert sind. Dies ist nicht nur subjektives Wohlbefinden – es hat echte neurobiologische Grundlagen in der Spiegelneuronen-Aktivierung.

Kognitive Last und Intentionalität

Ein subtiler, aber wichtiger Punkt: Emojis sind zu einfach und mehrdeutig in Online-Meetings. Ein Lächeln-Emoji kann hundert Dinge bedeuten – Zustimmung, Nervosität, Sarkasmus, etc. Gesten haben dagegen eine präzisere, kulturell etablierte Bedeutung im Kontext.

Zudem erfordert Emoji-Klicken weniger intentionales Engagement. Wenn Sie bewusst Ihre Hand auf Ihr Herz legen, um Empathie auszudrücken, ist das ein bewusster, sinnvoller Akt. Diese Intentionalität wird von Beobachtern erkannt und erzeugt Authentizität.

Die 9 wichtigsten Video Meeting Signals

Video Meeting Signals (VMS™) – 01 – „Das gefällt mir!“

Positive Resonanz und Bestärkung sind das, was wir letztlich in einer Diskussion oder Präsentation erreichen wollen. Wie großartig ist doch das Gefühl, wenn du in einem Meeting diese positiven Signale wahrnimmst. Wie schön zu sehen, dass ein oder mehrere Teilnehmer aktiv ihr Feedback geben – und dabei nicht nur einen Button klicken, sondern sich ihrer eigenen Körpersprache bedienen, um ein wirklich persönliches Statement zu geben.

𝗩𝗶𝗱𝗲𝗼 𝗠𝗲𝗲𝘁𝗶𝗻𝗴 𝗦𝗶𝗴𝗻𝗮𝗹𝘀 (𝗩𝗠𝗦™) - 𝟬𝟭 - „𝗗𝗮𝘀 𝗴𝗲𝗳𝗮̈𝗹𝗹𝘁 𝗺𝗶𝗿!“ - Martin zeigt mit beiden Daumen nach oben

Diese Geste hier meint: „Das gefällt mir.“
Sie kann aber auch heißen: „Toll gemacht“,
oder: „Guten Nachrichten!“

Video Meeting Signals (VMS™) – 02 – „Ich hätte da etwas zu sagen …“

„Oh, wie schön !!! Da ist jemand mit einer Wortmeldung.“ Das sind wertvolle und auch wohltuende Momente in jedem OnlineMeeting. Wenn wir anfangen zu diskutieren, uns auszutauschen, wenn etwas in Bewegung kommt.

So geht es mir auch selbst am Ende meiner Webinare. Der F&Q-Teil macht immer am meisten Spaß. Weil ich dann spüre, ob und wie meine Ausführungen angekommen sind. Welche Fragen die Zuhörer bewegen – zu dem, was ich gesagt habe, oder vielleicht sogar ganz andere Aspekte.

Feedback ist die Seele der Kommunikation. Austausch lebt vom Austausch.

Die Geste hier meint: „Ich hätte da was zu sagen.“
Oder auch: „Hey, mir fällt dazu etwas Interessantes ein.“
Vielleicht auch: „Ich möchte dazu mal einen ganz anderen Gedanken einwerfen.“

Video Meeting Signals (VMS™) – 03 – „Ich fühle mit dir.“

Gibt es ein Emoji, das das auch nur annähernd so rüberbringen kann, wie solch eine einfache Geste? Schließlich ist das eines der schönsten Feedbacks, die man bekommen kann!  Auf einer Wellenlänge zu sein, gehört zu werden, verstanden zu werden, akzeptiert zu sein.

Diese Geste meint: „Ich fühle mit dir.“
Sie könnte aber auch sagen: „Ich weiß genau, was du meinst.“
Oder: „Ich sende dir einen Schwung Freundlichkeit.“

Video Meeting Signals (VMS™) – 04 – „Da bin ich aber ganz anderer Meinung!“

Puh, ein solches Feedback ist nicht das, was man sich wünscht. Da muss man vielleicht einen Moment lang schlucken. Andererseits: Was wäre, wenn es die Rückmeldung nicht gegeben hätte? Katastrophe, würde ich meinen. Da tut sich ein solcher Widerstand auf, und man merkt gar nichts davon!

Da sieht man wieder: Feedback ist die Seele der Kommunikation. Austausch lebt vom Austausch.

Diese Geste meint: „Da bin ich aber ganz anderer Meinung!“
Oder auch: „Das gefällt mir nicht.“
Vielleicht aber auch: „Das ist aber eine schlechte Nachricht.“

Video Meeting Signals (VMS™) – 05 – „Das habe ich nicht so richtig verstanden …“

„Ah, ich sehe Martin … du hast da Zweifel, oder bist dir nicht sicher damit?“ – „Stimmt, ich hab’s nicht ganz verstanden.“ – „Lieben Dank für dein Feedback – gut, dass du mir die Möglichkeit gibst, das noch besser zu erklären.“

Diese Geste meint: „Das habe ich nicht so richtig verstanden …“.
Oder auch: „Ich habe da eine Frage“.
Vielleicht auch nur einfach: „Hä?“ 🤣

Video Meeting Signals (VMS™) – 06 – „Diese Erfahrung teile ich mit dir.“

Feedback ist nur wichtig, wenn man Einwände hat? NEIN !!!

Ganz im Gegenteil, es ist unendlich gut zu wissen, dass man nicht allein ist mit Eindrücken, Erlebnissen und Erfahrungen. Dass man auf dem richtigen Weg ist mit seinen Einschätzungen. Das ist kein emotionales Selbstverständnis-Gedöns – das ist zum Beispiel ganz konkret essenziell für den Vertrieb.

Denn Kommunikation ist NUR das, was ankommt. Feedback gibt Klarheit darüber, was angekommen ist.

Diese Geste meint: „Diese Erfahrung teile ich mit dir.“
Oder auch: „Das habe ich auch schon mal erlebt“.
Vielleicht auch: „Das möchte ich dir gerne spiegeln.“

Video Meeting Signals (VMS™) – 07 – „Da bin ich mir nicht sicher …“

Andere Meinungen beleben das Geschäft. Andere Perspektiven beleben die Diskussion, den kreativen Prozess, das Eruieren von Lösungsmöglichkeiten. Wenn OnlineMeetings kreativ, produktiv, innovativ sein sollen … na dann her mit all dem Feedback, den Einwänden und kritischen Gedanken. Und ZEIG es vor allem auch. Laut (also sichtbar) und deutlich.

𝗩𝗶𝗱𝗲𝗼 𝗠𝗲𝗲𝘁𝗶𝗻𝗴 𝗦𝗶𝗴𝗻𝗮𝗹𝘀 (𝗩𝗠𝗦™) - 𝟬𝟳 - „𝗗𝗮 𝗯𝗶𝗻 𝗶𝗰𝗵 𝗺𝗶𝗿 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝘀𝗶𝗰𝗵𝗲𝗿 …“ - Martin wippt mit seinen beiden Händen hin und der und signalisiert damit sein Zweifel oder Unverständnis

Diese Geste meint: „Da bin ich mir nicht so sicher …“
Oder auch: „Das kann man aber auch anders sehen.“
Vielleicht auch: „Das ist aber eine wackelige Theorie.“

Video Meeting Signals (VMS™) – 08 – „Ich habe dazu eine andere Ansicht.“

Wenn ein Meeting etwas bringen soll, braucht man klare Fronten. In der Übereinstimmung wie auch in der Abgrenzung. Manchmal muss man es noch nicht einmal komplett formulieren, sondern ein Zeichen reicht, um einen Standpunkt anzukündigen, zu untermauern, oder den Widerspruch anderer zu untermauern. Und dann wird’s richtig spannend, mit Austausch, Diskussion und dem gemeinsamen Weg zur Lösung.

Diese Geste meint: „Ich habe dazu eine andere Ansicht.“
Oder auch: „Ich habe hier andere Informationen dazu.“
Vielleicht auch: „Da muss ich mich ausklinken.“

Video Meeting Signals (VMS™) – 09 – „Vielen Dank, das war großartig!“

Der erste Eindruck zählt, der letzte Eindruck bleibt. Umso mehr, wenn er wahrgenommen werden kann, wenn man ihn fühlen kann, wenn er verkörpert wird durch den individuellen Gestus, den Blick, die Körperhaltung. Deshalb: Zeig, was du denkst. Zeig, ob du verstehst, oder wenn du Fragen hast. Zeig, wie du dich fühlst. Gib Feedback, dein persönliches Feedback.

Weil die Wahrnehmung in OnlineMeetings so begrenzt ist, sind das Feedback, diese Rückkopplung, und der Austausch besonders wichtig.

Diese Geste meint: „Vielen Dank, das war großartig!“
Oder auch: „Hey, gut gemacht!“
Vielleicht auch: „Sehr freundlich, danke sehr.“

Fazit: Die Forschung ist eindeutig

Natürliche Handgesten (Video Meeting Signals) sind Emojis psychologisch und neurobiologisch überlegen als Feedback-Mechanismus in Online-Meetings. Der Grund liegt in der Aktivierung des Spiegelneuronen-Systems, das echte Gesten versteht, aber nicht Symbole.

Dies ist keine Frage von persönlicher Präferenz – es ist Neurowissenschaft. 

Paul Hills erklärte: „Wir haben eine Methode entwickelt, um Körpersprache wieder in Videokonferenzen zu integrieren. Mithilfe von Handzeichen kann man schnell und nahtlos auf das Gesagte reagieren, ohne den Gesprächsfluss zu unterbrechen oder Tasten zu drücken. Die Zeichen können zudem Nuancen vermitteln. Vertrauen ist für die Teamarbeit unerlässlich, und wir hoffen, dass diese Handzeichen dazu beitragen, die Kommunikation zwischen den Beteiligten zu verbessern und so eine bessere Zusammenarbeit zu ermöglichen.“

Es kommt gar nicht so sehr darauf an, genau die von der Forschergruppe entwickelten Video Meeting Signals zu nutzen. Der entscheidende Aspekt ist, überhaupt Gestik und Körpersprache in OnlineMeetings zu nutzen. Wie Paul Hills es formuliert: Es bringt Körpersprache zurück in Videokonferenzen – das Format, in dem es vor allem an der räumlichen und körperlichen Ebene fehlt. 

Je kleiner die Meetings sind, desto eher wird man direktes und unmittelbares Feedback geben … über kleine verbale Einwürfe und akustische Signale. Je größer die Zusammentreffen aber sind, umso wichtiger wird das Feedback, werden individuelle Gesten zu einer persönlichen Atmosphäre beitragen.

In jedem Fall: Video Meeting Signals geben Online-Meetings zurück, was uns gerade online oft abhandenkommt: Sie sind aktivierend, körperlich, individuell.

Martin Heppner – „Kommunikation hat (fast) nichts mit Reden zu tun. Entscheidend ist die Qualität der Beziehung.“

Über mich:  Das Thema Kommunikation zieht sich durch mein gesamtes Berufsleben. Knapp 25 Jahre in eigener Werbeagentur – Weiterbildungen in NeuroKommunikation und NeuroDidaktik haben mich zu der Frage geführt, was überhaupt beim Kommunizieren genau passiert. Meine Erfahrung und mein Wissen bringe ich ein in dem so speziellen und schwierigen Umfeld von VideoCalls, OnlinePräsentationen und Webinaren. Ich berate und trainiere dich in deiner VideoKommunikation, mit starker Präsenz, mit Präsentationen, die anders sind als bisher, und anders als die anderen. 

Mehr über mich erfährst du hier >

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