Digitale Präsenz ist in aller Munde. Personal Branding, Sichtbarkeit in SocialMedia mit Postings, Reels, in Video- Foto- oder Slider-Formaten, Präsenz durch Events wie LinkedIn Live und Webinare auf Zoom oder Teams … Als Solo-Selbständiger ein Riesen-Ding, aber auch für Unternehmen ein wichtiges Thema – weil das alles “Marke macht”. Sichtbarkeit, Aufbau von Bekanntheit, Reputation und Vertrauen. Das ist wirklich mühsame Arbeit, sich mit und manchmal gegen die Algorithmen Sichtbarkeit zu erarbeiten – immer wieder und wieder.
Und dort, wo du es selbst in der Hand hast? Bei Online Präsentationen, Webinaren und anderen Online-Events verstecken viele sich hinter ihren Folien – beim Bildschirm Teilen bleibt dann nicht mehr übrig als die berühmte und berüchtigte Briefmarkengröße. Kaum noch persönliche Verbindung möglich, weil z.B. Mimik in der Mini-Größe nicht mehr wahrnehmbar ist. Viele verschenken so wertvolle Präsenz, Marken- und Vertrauensaufbau.
Die einen wollen sich nicht in den Mittelpunkt rücken, schließlich stehen doch die Inhalte im Fokus, und sprechen für sich selbst.
Nett gedacht, falsch gemacht.
Wenn deine Inhalte, Aussagen und Botschaften für sich selbst stehen sollen, kannst du sie genauso gut per E-Mail schicken. Sie werden erst dann zu etwas Besonderem, wenn diese sich mit dir verbinden. Das können sie nur dann, wenn du in dem Vortrag, der Keynote, der Präsentation wahrnehmbar und sichtbar bist. Ohne dem bist du nur Übermittler einer Information, nicht aber Träger deiner Botschaft.
Oder Sie halten es nicht für besonders wichtig – die meisten machen es ja genauso.
Nett gedacht, falsch gemacht.
Gerade das wäre ein Grund, es anders zu machen – anders als vorher, anders als alle anderen. Weil du dann auffällst, herausstichst und eine besondere Sichtbarkeit hast.
Zeige dich in deiner Online-Präsentation! Oder scheust du die Technik? Das ist nicht nötig, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, die zum Teil sehr einfach zu handhaben sind. Eine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten und Details dazu findest du hier.
Videokonferenz-Tools
Dort finden sich immer mehr Optionen beim Inhalt teilen: Präsentationen direkt aus dem Konferenztool heraus teilen, Arbeiten mit mehreren Kameras, Einbinden von SmartPhones oder Tablets … und eben auch die Auswahl verschiedener Kombinationen zwischen Kamerasignal und geteilter Folie.
Das ist das beste Zeichen dafür, dass diese Tools verstanden haben, dass das Fensterteilen in der bisherigen Form ein Problem ist. Was Zoom und Teams da entwickelt haben, habe ich dir hier zusammengestellt, hier schon mal eine generelle Übersicht mit Vor- und Nachteilen dieser Lösungen:
- ✅ Keine zusätzliche Software nötig
- ✅ Schnelle und direkte Integrationsmöglichkeit
- ✅ Anpassung der Darstellungsform während der laufenden Präsentation möglich
- ✅ Funktioniert unabhängig von dem Präsentationstool (PPT, Keynote, Canva, …)
- ❌ Teilweise sehr unflexible Möglichkeiten, Kamera- und Foliendarstellung anzupassen.
Zoom
Zoom baut seine Funktionen immer weiter aus, KI-Transkriptionen, Live-Übersetzungen, verbesserte Video- und Audio-Funktionen … Aber auch beim Freigeben von Inhalten lohnt es sich, immer wieder zu schauen, was sich so tut. Aktuell gibt es fünf Varianten, Folien im Online-Meeting zu teilen.

Diese findest du im Dialogfenster beim Teilen von Inhalten, auf der linken Seite die Optionen zur Auswahl, was du teilen möchtest, auf der rechten Seite die Art und Weise, wie diese dargestellt werden sollen.
“Nur Inhalt”
Die Standardoption bei Zoom zum Teilen von Inhalten. Sie tut, was sie sagt: Es werden nur die Inhalte gezeigt. Die nehmen dann das gesamte Zoom-Fenster ein, du bist genauso wie die Teilnehmer am Rand Briefmarken-klein platziert. Die Teilnehmer haben zwar die Möglichkeit, den Bereich mit den Videokacheln größer zu ziehen, sodass du sichtbarer wirst … du hast es aber nicht in der Hand … und Du weißt nicht, ob jemand diese Option kennt, und ob und wie er sie möglicherweise nutzt.
In aller Kürze:
- Nur Inhalte im Zoom-Fenster
- Du und Teilnehmer nur Briefmarken-klein am Rand
- Einstellen der Größe von Folie und Videokacheln nur durch User einstellbar.

Bei der Freigabe “Nur Inhalt” übernimmt die Folie das ganze Zoom-Bild – die Teilnehmer bleiben klein an der Seite. Zwischen Folie und Teilnehmerkacheln können die Zuschauer die beiden Bereiche verschieben – das hast du als Präsentator aber nicht in der Hand.
“Als Hintergrund”
Die zweite Option integriert dein Videobild transparent vor die Folie, die vollformatig den Hintergrund ausfüllt. Duhast die Möglichkeit, dein Videobild auf der Folie zu verändern. Du kannst stufenlos skalieren und das Videobild frei nach rechts, mittig oder links zu platzieren – je nachdem wo dein Videobild auf der Folie am besten integriert ist.

Gehst du dann auf “Freigeben”, werden Folien und Videobild genauso angezeigt. Das kann bei der einen oder anderen Folie nicht so gut passen. Deshalb solltest du dir die Fensterfreigabe anzeigen lassen, um das auf dem Schirm zu behalten. Dafür hast du zwei Möglichkeiten:
In dem frei schwebenden Panel mit den Steuerelementen wird direkt nach dem Teilen automatisch eine kleine Voransicht nach unten hin aufgeklappt, die nach gut 6 Sekunden wieder ausgeblendet wird. Mit dem mittleren Pfeil kannst du dir diese Ansicht dauerhaft anzeigen lassen.

In demselben Panel kannst du dir auch die vier verschiedenen Layout-Optionen anzeigen lassen, das zusätzliche Panel heißt “Layout des Moderators”


Mit diesem Panel hast du einige Vorteile, aber auch einen handfesten Nachteil:
- ✅ Die Voransicht der geteilten Szene mit dir und der Präsentation ist um einiges größer, damit hast du eine bessere Kontrolle darüber, wie du zusammen mit der Folie wirkst.
- ✅ In dieser Voransicht kannst du die Größe und die Platzierung deines Videobildes verändern und gegebenenfalls an die einzelne Folie anpassen.
- ✅ Du kannst die verschiedenen Kombinationen während der Präsentation umschalten. Wenn du zwischendurch eine Folie zeigen möchtest, die sehr detaillierte, filigrane Informationen zeigt, schaltest du zwischendurch auf “Nur Inhalt”, um anschließend wieder die Folien nur als Hintergrund zu nutzen.
- ❌ Der Nachteil ist, du hast ein zusätzliches Fenster auf dem Bildschirm, das du handeln musst. Hast du nur einen Bildschirm zur Verfügung, kann das – neben den Folien, dem Steuerungspanel und der Meeting-Ansicht – schnell zuviel werden.
Bei der Option “Als Hintergrund” solltest du bedenken, dass du deine Folien am besten für diesen Einsatz speziell anpasst. Also mit einem bewusst freigelassenen Freiraum, in den du dein Videobild hinein setzen kannst. Das schafft dir eine große Präsenz bei der Präsentation.
Kurz im Überblick:
- Folie vollflächig im Zoom-Fenster, dein Videobild liegt freigestellt transparent darüber.
- Videobild kann frei skaliert und auf der Folie positioniert werden.
- Ansicht kann mit dem Layout-Panel on-the-flight verändert werden
- Folien sollten mit entsprechendem Freiraum für dein Videobild gestaltet werden.
“Über der Schulter”
Bei dieser Option kannst du beide Elemente, dein Videobild und die Folie, frei in Größe und Position in die Szene platzieren. Du kannst so eine optimale Kombination deines Videos und der Folie wählen, besonders dann, wenn die Folie mit Bildern und Texten voll gestaltet ist.

Den Hintergrund kannst du mit den zur Verfügung stehenden Farben und Mustern gestalten.
Kurz zusammengefasst:
- transparente Videokachel und Folie separat auf Hintergrund
- beide können frei skaliert und platziert werden
- Hintergrund kann mit Vorlagen gestaltet werden
“Nebeneinander”
Hier wird dein Videobild, so wie es ist, also mit deinem Raumhintergrund direkt neben der Folie platziert. Beides kannst du frei in Größe und Platzierung verändern, die beiden Elemente sogar auch übereinander schieben. Auch hier kannst du den Hintergrund mit den Pattern gestalten.

Diese Option bietet sich an, wenn du die Folien nicht für die Integration deines Kamerabildes optimiert hast, oder wenn der Freisteller-Effekt von Zoom in deinem Raum nicht gut funktioniert. Der Effekt wäre dann nämlich, dass immer wieder Teile deines Körpers ein- und ausgeblendet werden, was extrem unschön und unruhig aussehen würde.
In der Zusammenfassung:
- Hintergrund kann mit Vorlagen gestaltet werden
- Videobild mit echtem Video-Hintergrund und Folie nebeneinander
- beide können frei skaliert und platziert werden
Die Vor- und Nachteile der Zoom-Funktion aus meiner Sicht:
- ✅ Die Funktionen sind leicht abrufbar
- ✅ Änderungen der Ansichten während des Teilens möglich
- ✅ Das eigene Video und die Folie sind in Größe und Position stufenlos frei skalierbar
- ✅ Funktioniert unabhängig von dem Präsentationstool (PPT, Keynote, Canva, …)
- ❌ Die Videokachel kann nicht außerhalb des Zoom-Fensters verschoben werden, das eigene Videobild ragt daher oft zu weit in die Folie hinein
- ❌ Die Auswahl der richtigen Option und die Feineinstellung der Größen erfolgt während des OnlineMeetings – also in einer Situation, in der man eh schon angespannt ist – da kann schnell was daneben gehen (oder man traut sich erst gar nicht daran).
Microsoft Teams
Wie bei so vielen Funktionen, gibt es diese Funktion auch bei Microsoft Teams – im Detail gibt es dann aber doch einige Unterschiede.
Zu erreichen sind diese im “Teilen”-Menü dargestellt mit 4 kleinen Icons. Im Verlauf des Teilens kannst du diese Optionen in dem frei schwebenden Funktions-Panel umstellen.


“Nur Inhalt”
Die “Nur Inhalt” Ansicht zeigt im großen zentralen Meeting-Fenster nur die Präsentationsfolie, die Teilnehmer über dem Fenster als keine Briefmarken-kleine Videokacheln.
In aller Kürze:
- Nur Inhalte im Meeting-Fenster
- Du und Teilnehmer nur Briefmarken-klein am Rand
- Einstellen der Größe von Folie und Videokacheln durch User NICHT einstellbar.
“Inhalt mit Hintergrund”
In dem Panel mit den Meeting-Funktionen kannst du unter dem Punkt “Layout” die Ansicht on the flight wechseln – bei “Inhalt mit Hintergrund” wird dein Videobild freigestellt und transparent in die Folie integriert.

In einem kleinen Meeting-Panel siehst du dazu eine Vorschau. Willst du eine größere Ansicht oder Details dieser Option ändern, kannst du mit dem Stiftsymbol aufrufen. In dem Fenster “Ihre Ansicht bearbeiten” kannst du dann die Position deines Videobildes ändern – allerdings nur per Klick rechts/links. Die Größe ist mit einem Schieberegler frei wählbar.

“Nebeneinander”
Die Option “Nebeneinander” platziert die Videokachel mit deinem eigenen Raumhintergrund und Folie nebeneinander. Zunächst in gleicher Größe, die kannst du mit einem Schieberegler frei verändern – das geht wieder in dem Fenster “Ihre Ansicht bearbeiten” (wie schon vorher). Die Position rechts/links kannst du mit einem Button wechseln. Den Hintergrund, auf dem Video und Folie gezeigt werden, kannst du ungünstigerweise nur während der Auswahl des Fensters zum Teilen wählen, beim Vorgang des Teilen selbst kann der nicht verändert werden, dafür musst du das Teilen kurzzeitig beenden und wieder neu starten.

“Reporter”
In der “Reporter”-Option liegt dein freigestelltes transparentes Videobild auf einem Hintergrund neben der Folie. Position (mit rechts/links-Klick) und Größe (mit Schieberegler) auch hier wie bei den anderen Ansichten wählbar.

Die Vor- und Nachteile der Teams-Funktionen:
- ✅ Die gleich Funktionen wie bei Zoom
- ✅ Änderungen der Ansichten während des Teilens möglich
- ✅ Funktioniert unabhängig von dem Präsentationstool (PPT, Keynote, Canva, …)
- ❌ Kompliziertes Aufrufen des Panels, mit dem du Feineinstellungen vornehmen kannst.
- ❌ Position der Kacheln ist nicht frei wählbar, kann nur mit einem Klick nach rechts/links ausgetauscht werden.
- ❌ Die Videokachel kann nicht außerhalb des Zoom-Fensters verschoben werden, das eigene Videobild ragt daher oft zu weit in die Folie hinein
- ❌ Die Auswahl der richtigen Option und die Feineinstellung der Größen erfolgt während des OnlineMeetings – also in einer Situation, in der man eh schon angespannt ist – da kann schnell was daneben gehen (oder man traut sich erst gar nicht daran).
Präsentations-Tools
Einige Präsentations-Tools können das eigene Videobild direkt in die einzelnen Folien der Präsentation integrieren. Der Nachteil dieser Varianten ist, dass du die Inszenierung für jede Präsentation aufs Neue erstellen musst. Und du bist an das jeweilige Programm gebunden, das eine solche Funktion bereithält. Bei Canva oder Google Slides hast du diese Möglichkeit (Stand Ende 2025) nicht.
Andersherum bist du damit unheimlich flexibel, vor allem weil du damit die Präsentation richtiggehend inszenieren kannst. Also: Wann erscheinst du zusammen mit den Inhalten, und wann nicht? Mit welchen Inhalten erscheinst du auf welche Weise (freigestellt und prominent vor den Inhalten, oder als kreisrunde Kamera am Rand, um komplexen Inhalten mehr Raum zu geben)? Du hast die Wahl, Folie für Folie – großartig!
Vorteile und Nachteile:
- ✅ Folie für Folie separate Kamera-Einstellung möglich
- ✅ Gesamte Präsentation kann im Vorfeld genau geplant werden
- ✅ Keine zusätzliche Software nötig
- ❌ Muss für jede Präsentation neu erstellt werden
- ❌ Ist nicht mit jedem Präsentationstool möglich
Microsoft PowerPoint
In Microsoft PowerPoint findest du eine solche Funktion unter „Einfügen/Cameo“. Die Menüleiste deiner Datei bekommt dann einen zusätzlichen Menüpunkt namens „Kamera Format“, hier kannst du dein Videobild wie jedes andere Layoutelement formatieren.

Direkt am Kamera-Element kannst du die gewünschte Kamera auswählen und mit einem Klick aktivieren.
Alles, was du mit einem normalen Layoutelement (einem Bild, einer Farbfläche, etc) anstellen kannst, ist auch mit dem Kamera-Element möglich: Rahmen, Spiegelungen, Masken in verschiedenen, auch individuellen Formen, Einbinden in Animations-Effekten, etc.
Einzig die Möglichkeit, einen virtuellen oder transparenten Hintergrund zu erstellen, ist in PowerPoint nicht gegeben.
Kurz und bündig:
- ✅ Im Menü „Einfügen/Cameo“, Menüleiste erweitert sich mit “Kamera Format”
- ✅ Das Kamerabild kann formatiert und behandelt werden wie jedes Layoutelement
- ✅ Einfache Möglichkeiten, mit Standard-Formaten oder individuell zu maskieren
- ❌ Hintergrund des Videobildes kann nicht formatiert oder freigestellt werden, Kamerasignal bleibt so, wie es aus der Kamera kommt
Apple Keynote
In Apples „Keynote“ findest du im Menü „Einfügen“ die Option „Live Video“, die dein Kamerabild als Element in die aktuelle Folie einfügt. Du kannst dieses Element gestalten wie ein normales Layoutelement, mit Rahmen, Schatten, Maskierungen, etc.
Du kannst verschiedene Kamera-Quellen auswählen, oder auch mehrere Kameras in die Folie setzen (vielleicht eine spannende Idee, um über eine Dialog-Szenerie nachzudenken?). Du kannst direkt darin virtuelle Hintergründe einsetzen oder einen transparenten Hintergrund wählen (in beiden Fällen empfiehlt sich – eigentlich grundsätzlich – die Verwendung eines Greenscreens), um ganz in die Folie integriert zu erscheinen.

Kurz und bündig:
- ✅ Im Menü „Einfügen“ die Option „Live Video“
- ✅ Das Kamerabild kann formatiert werden wie jedes Layoutelement
- ✅ Unter “Format/Quelle” die gewünschte Kamera auswählen
- ✅ Einfache Möglichkeiten, mit Standard-Formaten oder individuell zu maskieren
- ✅ Hintergrund kann freigestellt oder mit Farben oder Fülleffekten versehen werden.
- ✅ Einfache Möglichkeiten, mit Standard-Formaten oder individuell zu maskieren
Canva
- ❌ Canva bietet die Möglichkeit leider nicht, die geteilten Inhalte mit dem Videobild zu kombinieren.
Google Slides
- ❌ Auch bei Google Slides gibt es diese Möglichkeit nicht.
Streaming-Programme
Videokonferenz-Tools wie Zoom oder Teams bauen Integrations-Funktionen nach und nach ein – wenn auch mit Einschränkungen nutzbar, ist das zumindest ein Anfang.
Mit Präsentationstools wie PowerPoint und Keynote werden die Möglichkeiten größer und vielfältiger, das Kamerabild individuell in Folien zu integrieren. Dabei bist du dann aber auf diese Tools beschränkt und erstellst diese Integration für jede Präsentation neu.
Die Krönung sind Streaming-Programme wie OBS Studio, Ecamm Live oder andere. Damit hast du größte Flexibilität, unabhängig vom Videokonferenz-Tool, unabhängig vom Präsentationstool.
OBS Studio ist dabei mein ganz eindeutiges Lieblingstool, das ich bei jeder Art von OnlineMeeting, -Präsentation, Webinar, Stream oder Videoaufnahme nutze.
OBS Studio
Die große Flexibilität von OBS Studio und seinen Kollegen besteht darin, dass sie Mittler zwischen den Elementen sind. Du kannst verschiedene Kameras einbinden und flexibel in die Szene einbinden. Ebenso kannst du jede Art von Anwendungsfenster (PPT, Keynote, Canva, PDF, Word, Excel, …) in eine Szene bringen und diese genauso flexibel und individuell platzieren. Mit seiner virtuellen Kamera schickt OBS Studio das Bild an jede beliebige Videokonferenz-Software. OBS Studio ist nach allen Richtungen offen, flexibel mit allen Möglichkeiten, die Präsentation ganz individuell zu inszenieren und zu steuern.

Arbeitest du mit einem Greenscreen hast du die größte Flexibilität, dich vor deine Folie zu stellen und mit großer Präsenz zu präsentieren. Den besten Effekt erzielst du dann, wenn du die Präsentation daraufhin gestaltest, also auf der Folie einen Freiraum für dein Kamerabild reservierst. Du könntest jetzt erwidern, dass du die dann ja nicht als Handout herausgeben kannst und eine zweite Version dafür erstellen musst … ja, das stimmt. Das würde ich dir aber in jedem Fall empfehlen, weil Folien in deiner Präsentation nur deinen Vortrag unterstützen sollen. Ein Handout sollte mit erklärendem Text gestaltet sein, damit diese ohne Sprechtext verstanden werden kann.
Da kommt die Erinnerung auf, wie das damals im Konferenzraum gewesen ist: deine Präsentation wird per Beamer oder Konferenzmonitor für alle im Raum projiziert, und du stehst davor, sprichst vor den Kollegen, den Vorgesetzten, oder deinen Kunden, und präsentierst deine Inhalte, du erklärst, verdeutlicht – ja, du stehst regelrecht zu deiner Präsentation.

Aber auch, wenn du keinen Greenscreen nutzt, hast du die Flexibilität von OBS Studio ganz auf deiner Seite. Indem du dein Kamerabild in die Folie setzt – auch erzielst du große Aufmerksamkeit und Präsenz.

Dein Kamerabild kann in die Folie eingesetzt sein (wenn die Folien dahingehend gestaltet ist), oder Kamera und Folie nebeneinander – du hast dabei absolute Gestaltungsfreiheit.

Und auch das geht: setze dein Kamerabild als kreisrunden Ausschnitt irgendwo auf der Folie ein. Wenn die Inhalte der Folie sehr detailliert sind, wenn der Fokus an dieser Stelle einmal ganz bei den Inhalten sein soll. Du hast Gestaltungsfreiheit. Und kannst zwischen Ansichtsvarianten hin und herschalten mit einem Klick auf Steuerungsgeräten wie z.B. das Elgato StreamDeck (was man mit dem Gerät alles so anstellen kann, dazu gibts später auch nochmals einen Blogartikel).
Mit OBS Studio kannst du noch viele andere Dinge mehr anstellen: ein SmartPhone als Kamera, oder dein Tablet als digitales FlipChart nutzen (egal ob Apple oder Android oder mit einem anderen Betriebssystem), Inhalte jeder Art einbinden (Texte, Tabellen, Bilder, PDFs, Videos, …), mehrere Kamerabilder, über das Internet auch die von externen Gästen … aber das alles ist ein anderes, spezielles Thema. Mehr dazu ein einem weiteren Blogartikel, demnächst. Um für den ersten Start mit OBS gerüstet zu sein, kannst du dir auf jeden Fall schon mal das hier durchlesen.
Kurz und bündig zu OBS:
- ✅ Große Flexibilität im Gestalten von verschiedenen Szenen
- ✅ Präsentation kann vorab geplant und inszeniert werden, während des Vortrags brauchst es nur noch abzurufen (einfachen Umschalten z.B. mit Elgato StreamDeck)
- ✅ Es können mehrere Kameras eingebunden werden, über das Internet sogar die von externen Gästen
- ✅ Unabhängig von der Präsentations-Software (PPT, Keynote, Canva, …)
- ✅ Unabhängig von der Videokonferenz-Software (Zoom, Teams, Google Meet, …)
- ✅ OBS Studio ist kostenfrei, da Open Source Software
- ❌ Einrichtung von OBS sollte geschult werden, da besonders zu Beginn nicht selbsterklärend (eine erste Hilfe kann mein Blog-Artikel dazu sein)
- ❌ Freigestellte Variante (du transparent vor der Folie) benötigt Greenscreen
Mein Fazit:
Das eigene Kamerabild in geteilte Inhalte zu integrieren oder zu kombinieren ist ein wichtiger Schritt, die eigene Präsenz in Online Präsentationen zu erhalten und zu stärken. In der bisherigen Form über einfaches “Freigeben” verlierst deine Sichtbarkeit, deine Präsenz und die Teilnehmer die Verbindung zu dir. Sichtbarkeit und Präsenz ist aber unersetzlich beim Aufbau deiner Marke, der Arbeit um Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Dort, wo du es in der Hand hast, solltest du deine Sichtbarkeit selbst in die Hand nehmen: zeig dich. Steh zu deinen Inhalten, und verstecke dich nicht dahinter, lass deine Inhalte sich mit dir, deiner Energie und deiner Authentizität verbinden.
Welchen Weg du dabei gehst? Entscheide selbst. Probiere aus, womit du am besten klar kommst. Wichtig ist zunächst das Bewußtsein für deine Sichtbarkeit und Präsenz. Du wirst den Weg finden, wo du das für dich richtige Verhältnis zwischen Flexibilität in der Inszenierung und Sicherheit beim Handling hast.
Vorenthalten will ich dir aber nicht: Mein klarer Favorit ist OBS Studio.
Wenn du Fragen hast, wie du am besten dein Videobild in deine Präsentation integrieren kannst, um Sichtbarkeit und Präsenz zu schaffen, lass uns reden. Ich habe für solche und andere individuellen Fragestellungen mein TechTalk-Angebot erstellt: 90 Minuten in einem 1:1 Live-OnlineMeeting kannst du mir alle Fragen stellen, die dich im Hinblick auf dein Setting, deiner Präsentation und deiner Sichtbarkeit beschäftigen.


[…] 5 Strategien für deine Sichtbarkeit und Präsenz in Online Präsentationen […]
Schön, dass wir mit unserem Blogartikel in deiner Zusammenfassung erwähnt sind. Auf ein erfolgreiches Blogjahr 2026!