
Als Kind habe ich mich immer gewundert (und bin, ehrlich gesagt, immer noch nicht darüber hinweg): Warum wünschen sich die Leute, die drei Wünsche frei haben, beim dritten Wunsch nicht einfach wieder drei neue Wünsche? Bin ich da zu pragmatisch und märchen-inkompatibel? Zu gierig oder zu wenig existenziell? Ist mein „schlau“ vielleicht nicht „klug“, sondern doof?
Ich habe mich jetzt selbst gechallenged und gefragt: Wenn ich nur drei Veränderungen bei dir bewirken könnte, damit dein Auftreten und Sprechen in einer Keynote Präsentation für dich selbst Glück und für andere Faszination bedeutet, welche Veränderungen wären es?
#1 Es braucht Blick-Kontakt im Präsentieren
Eine klein-große Veränderung mit völlig irrer Durchschlagskraft, das ist in der Präsentation deiner Keynote der Blick-Kontakt mit den Menschen, an die du dich wendest. Klingt banal und selbstverständlich – und ist es keineswegs. Denn natürlich schaust du hin. Aber auch so, dass du blickst? Und Kontakt entsteht? Das Problem ist deswegen eins, weil es … erstens sehr leicht ist, hier formell zu bleiben und zweitens ein Teufelskreis drinsteckt.
Nimm´s bitte persönlich!

Schau, was erstens ist: Die Gefahr, formell zu sein. Denn bloß hinzuschauen, das ist noch kein Blick-Kontakt. Dieser geschieht nur dadurch, dass du auch wahrnimmst, was sich deinen Augen bietet. Dass du siehst und erlebst und damit auch zulässt, dass es etwas mit dir macht. Dass es dich be-trifft.
Was aber kann eine Vortragende (oder ein Vortragender) auf einer „Bühne“ beim Präsentieren der Keynote weniger brauchen als „Betroffenheit“? Sie hat doch einen Masterplan, ein Skript, eine Absicht, ein Ziel … und soll jetzt, als Vortragende, Input zulassen durch akutes Wahrnehmen?
Ja, das soll sie. Und er auch (falls sie ein „er“ ist). Denn dein Blick, der schließt dir andere Menschen auf. Gesehen zu werden, das ist ein tiefes Bedürfnis. Allein schon dass du sie sehen willst, das läßt diese anderen dir vertrauen.
Und darüber hinaus vertraut dein Publikum dir auch deshalb, weil ein Blick keine Einbahnstraße ist. Jeder echte Blick ermöglicht es anderen auch dich zu sehen. Ohne Visier. Indem du wahrnimmst, wirst du – als Wahrnehmende – gesehen. Nichts schafft stärkere Resonanz als dies anderen zu ermöglichen.
Es zeugt von Vertrauen deinerseits, von Hingabe an dein Vorhaben, von … Wahrhaftigkeit (starkes Wort, ich weiß. Ich sag es auch ganz leise und ohne Pathos). Du bekommst Vertrauen, weil du es gibst. Das ist Führen. Du fängst an und nimmst andere mit. Dieses Vertrauen in dein Publikum brauchst du, um gut zu sprechen. Dieses Vertrauen deiner Zuhörer an dich braucht dein Ziel.
Bleib also mit deinen Blick nicht formell. Lege deine Person hinein. Das gefühlte Risiko ist in Wirklichkeit eine Bedingung für das Gelingen deiner Keynote Präsentation.
If you can´t beat fear – just do it scared!
Und das „zweitens“ beim Blick während der Keynote Präsentation? Tricky, weil ein Teufelskreis. Oder, philosophischer formuliert: paradoxal. Was heißt: ein scheinbarer Widerspruch, der sich aber erst dann als bloß scheinbarer erweist, wenn man sich konsequent anders einstellt.
Das Nicht-wirklich-Blicken geschieht aus einer Haltung, die drei Motive vereint:
- Unsicherheit: „Was könnte ich dann wahrnehmen, was ich lieber nicht sehen will, weil ich es jetzt nicht brauchen kann?“
- Scham: Dieser Blick ist intim. Weil persönlich, weil echt interessiert – und damit unangemessen mit Fremden?
- Abwehr: Wie gesagt – in diesem Blick gewähre ich den Angeblickten auch Zugang zu mir. Ist das nicht kontraproduktiv, wenn ich doch als Experte – und nur in dieser Rolle – wahrgenommen werden will?

Nun, drehen wir jetzt das Ding auf rechts (oder auf links, keine Ahnung, welches Bild besser passt):
Unsicherheit verschwindet nie durch Vermeidung. Sie verschwindet durch Konfrontation mit der Realität dessen, was du befürchtest. Nicht etwa, weil diese Realität dein Denken immer Lügen straft. Sondern weil es trotzdem zu tun, dich sicherer macht: If you can´t beat fear – just do it scared. Ich bin kein Anhänger von Sicherheitsgefühl durch Gewöhnung, Routine, Abstumpfung. Sondern durch „Trotzdem“. In diesem Moment stehst du über deinem Befinden und stabilisierst dich eben dadurch. Verrückt, oder? Aber so gehen Schauspieler mit ihrer Aufregung um. Sie ist da. Sie treten auf. Und: sie verschwindet. Jedes Mal. Also: Schau unsicher, schau ängstlich, aber tu es. Sie werden dich alle dafür lieben.
Die Scham und die daraus resultierende Abwehr entspringen einem Missverständnis von Kommunikation. Bloß Informationsaustausch ist nicht Mitteilung. In letzterer steckst du nämlich immer mit drin. Du teilst immer auch dich mit, zusätzlich zum Sachgehalt. Diese notwendige Tatsache empfinden wir inzwischen schnell als Zumutung. Und doch … du gewinnst andere nur dadurch. Sprich, verhalte dich, blicke immer so, als wäre dein gegenüber kein Fremder. Dann wird er es auch nicht sein, sich nicht so fühlen, sich nicht so verhalten. Er wird dich nicht nur aushalten. Er wird angezogen von einer Vertrautheit, die du herstellst. Weil du führst und die Beziehung aktiv gestaltest. Behandle alle Menschen – auch Vorstände, auch Beamte, auch Vorgesetzte … – um ein paar Grad wärmer, als es die formelle Situation nahelegt. Und schau, was dann passiert …
Expertise gibt es heute medial zuhauf. Bei Interesse könnten wir auf dem Sofa sitzend alles existierende Wissen konsumieren. Es ist verfügbar. Und ja, gut, dass hier Demokratisierung herrscht. Aber! Wir tun es nicht: uns dieses Wissen aneignen. Und zwar nicht nur aufgrund von Zeitmangel, sondern weil es richtungslos ist. Das Wozu und Wofür und Warum fehlt, es gibt nur Was. Für Bedeutung und Sinn braucht es Experten, die ihr Wissen im Präsentieren der Keynote persönlich nehmen. Die um es herum eine Welt, ihre Welt bauen und diese Welt teilen. Keine Fachidiotie. Kompetenz, Leidenschaft, Perspektive.
#2 Es braucht Drama, Baby! Keine Keynote Präsentation ohne Konflikt.
Es braucht also eine Struktur für deine Keynote Präsentation – für alles, was du sprechend in die Welt schickst –, eine Struktur, die deine Inhalte so jongliert, dass es für andere spannend wird. Diese Struktur meint nicht die alte Schulmühle (Anfang, Hauptteil, Schluss), sondern Dramaturgie (1. Bedeutung von „Drama“). Und die geht richtig ans Werk: Welcher Inhaltsteil wohin, nach welchem Teil und vor was noch mal?
Und (2. Bedeutung): Es muss kriseln, muss sich reiben, muss fast scheitern und sich fangen … bis zum Happy End. Dabei aber auch logisch und nachvollziehbar bleiben. Wie ein Ehestreit zwischen zwei Wissenschaftlern.
Beides also: Krise und Vernunft, Emotion und Verstand, Rambazamba und Folgerichtigkeit. Wie das geht? Hol dir Kaffee oder Whisky und lies weiter:
Gestalte deine Keynote Präsentation rund um einen Konflikt!
Wer spricht – und das auch noch vor Fremden und mit einer starken Wirkungsabsicht – der glaubt, er müsse es seinen Zuhörern leicht machen. Und wenn er das nicht schon von alleine glaubt, dann wird es ihm von Rede-Coaches eingeredet (die heißen aber nicht deswegen so).
Das stimmt auch, aber nicht so ganz. Wir nehmen alle auch sehr gern Kompliziertes in Kauf, wenn es spannend, aufregend, wild (wie: Gegenteil von brav) ist. Und wenn du das Komplizierte selbst durchleidest.
Ja, genau: Das ist eigentlich die einzige Bedingung. Wenn deine Struktur banal ist, haben es alle leicht. Und schwer zugleich, nämlich wach zu bleiben. Wenn deine Struktur für dich perfekt durchschaubar ist, aber für alle anderen undurchdringlich, dann werden sie dich hassen. Wenn du es aber selbst schwer hast (in deiner „Rolle“ als Vortragende, natürlich), dann haben es alle gern mit-schwer. Das nennt man im Theater Katharsis.
Also mach dir bei der Strukturierung deiner Keynote kein weiches Federbett. Kein „Daraus folgt, daraus folgt, daraus folgt …“ – und alles natürlich in „logisch“. Bau dir einen Konflikt ein, den du durchlebst und durchleidest, den du auflöst und besiegst. Dann fressen wir dir dein kompliziertes Ding aus der Hand und fragen noch nach mehr.
Weil wir – aus sicherer Entfernung (die bleibt ja immer) und zugleich durch Spannung hineingezogen – etwas erleben. Nicht verdauen. Nicht schlußfolgern. Nicht zur Kenntnis nehmen. Weil du nicht wirkst, als wärst du schon seit Jahren ans Ende deines Denkens angekommen und nur wir armes Publikum müssten den Weg dahin noch (alleine) schaffen. Nein, du läufst mit! Du bewältigst (d)ein Problem hier und jetzt, vor unseren Augen und Ohren (sorry für das Pathos, ist aber einfach so!). Wir lieben dich dafür und hoffen, dass du es schaffst und wir mit dir.
Weil wir alle am liebsten spielend „lernen“, also etwas erfahren und verstehen. So, dass es ohne unser Zutun in uns eindringt. Dann ist es leicht, auch wenn die Struktur deiner Keynote komplizierter ist und nicht einfach einer logisch-eingängigen Abfolge gehorcht.

Überrasche mich!
Wir mögen es, wenn unsere Erwartungen befriedigt werden. Aber wir lieben es, wenn du sie durchbrichst und uns etwas viel Besseres gibst. Finde also einen überraschenden Konflikt und eine überraschende Auflösung. Dass du überhaupt einen Konflikt einbaust und dadurch Drama(-turgie) entsteht, ist bereits anders als erwartet. Wenn dieser dann auch relevant ist …
Moment! Das ist nicht das Marketingwort aus den Kalt-Akquise-Chat-Nachrichten. Es bedeutet, dass die Hürde für dich und uns wesentlich mit deinen Inhalten und deiner Absicht zu tun hat. Sie ist keine Spielerei, um Aufmerksamkeit zu erhalten, sondern dein Weg, den du wirklich gehst, um zu deinem Ergebnis zu kommen. Eine Re-Aktualisierung des Weges, den du ursprünglich gegangen bist, als du für dich dieses Problem gelöst hast. – Präsenztechnik, also.
Wir alle wollen dabei sein, während etwas geschieht. Nicht bloß mit dem Ergebnis gefüttert, nicht bloß mit einem perfekten Ende und einem Ende im Perfekt abgespeist werden.
Bau also die Struktur deines Erkenntnisweges. Mach sie ruhig noch etwas komplizierter, als sie war. So, wie sie hätte sein können (Theaterprinzip), wenn du nicht so schlau wärst und richtiges Glück gehabt hättest. Stell dir vor, wie es hätte ablaufen können – und gib diesen Ablauf deinen Zuhörern. Mit Ehrlichkeit und Selbstironie, mit freudigen Wendepunkten und Rückschlägen. Mit allem, was (relevanterweise) dazugehört.
Präsentiere deine Keynote mit dramatischer Struktur
Du brauchst also die Strukturierung deiner Inhalte durch ein dramatisches Prinzip. Das klingt geradezu erschreckend „kreativ“, ist aber in Wirklichkeit viel leichter als du denkst! Das Schwierige daran ist nur, dich von dem schleppenden Takt des Logischen zu lösen. Den hat uns allen die Erziehung, Schule, Deutschunterricht, Uni und das Zusammenleben in der Gesellschaft antrainiert. Lässt sich ändern. Es macht Spaß und bringt Erfolg.
#3 Jede Keynote Präsentation braucht eine Inszenierung
Jetzt also die dritte Veränderung für deine Keynote Präsentation, für einen Auftritt, der nicht nur die Erwartungen anderer, sondern deine eigenen Ziele noch übertrifft.
Manche Begriffe haben in bestimmten Kreisen einen völlig verkorksten Ruf. „Inszenierung“ ist so ein Begriff. Während er im Theater ganz alltäglich benutzt wird, ohne Nimbus, aber auch ohne Abwertung, haftet der „Inszenierung“ im Alltag, und noch mehr im Businesskontext, der Geruch von Fake, von Aufgebausche und Manipulation an. Die Inszenierung ist die Femme fatale mit schleppender Stimme und hat als Gegenspielerin das Gretchen „Authentizität“.

Ich werfe mich hier nicht in den Kampf, um diesen Riesen-Irrtum aufzulösen (obwohl mein Herz bereits rebellisch pumpt). Stattdessen spreche ich ruhig über das wahre Wesen von Inszenieren, das ein In-Szene-Setzen ist und gar nichts mit falschen Wimpern, übertriebenem Agieren und verdeckten Absichten zu tun hat – außer all dies ist eben Teil einer Inszenierung.
Ob es dagegen dann wirklich noch dieses Gretchen braucht – die Antwort darauf überlasse ich ganz dir.
Was heißt eigentlich „Inszenierung“? Oder: Die Rebellion im Essener Ensemble
Es muss Anfang der 80er Jahre gewesen sein, als mein Vater David Esrig Schauspieldirektor in Essen war. Ich, damals etwa 14 Jahre alt, verbrachte meine Nicht-Schulzeit auf Proben im Theater. Klingt vielleicht etwas schräg, aber das war mein Leben über sehr viele Jahre: Hund – Schule – Hund – Theaterproben – Abendvorstellung – Hund – schlafen. Später kam noch viel mehr dazu, das Schlafen und die Schule wurden reduziert zugunsten von Jazz, ausgehen, und … vergessen (war aber toll!).
Also gut. Mein Vater inszenierte damals Shakespeares „Hamlet“ – ein Stück mit über zwanzig Rollen, und fast das gesamte Essener Ensemble war besetzt. Er brauchte am Anfang möglichst immer und möglichst alle Schauspieler auf den Proben. Sie saßen da, am Tisch, mit den Textbüchern vor sich, und … er inszenierte.
Jetzt musst du noch, wenn du es nicht schon weißt, wissen, dass an Theatern Produktionen in 6 Wochen entstehen (das ist noch ein anderer Irrsinn als der mit der Authentizität). Sie saßen also da, in der ersten Woche, in der zweiten Woche dann nur noch auf der Stuhlkante … Und in der dritten Woche explodierte es:
Einer der Schauspieler (ein älterer, „erfahrener“) sprang plötzlich auf und sagte aufgebracht: „Wir haben nur noch 24 Tage bis zur Premiere! Wann inszenieren Sie endlich???“ Oh. Mein. Gott. Ich war ganz still. Es roch nach Verzweiflung und Meuterei. Und mein Vater? Der blieb sitzen und gab zurück: „Was soll ich denn inszenieren?“ Jetzt hätte ich mich am liebsten aufgelöst. Wie kann er nur so provokant sein? Ist doch klar, was er inszenieren soll: Na, DAS STÜCK eben, den Dings … den Text … den „Hamlet“. Und zwar dalli.

Es gab dann doch keine Tote und mein ausgebuffter Vater hat alle mit seiner Ruhe angesteckt. Aber warum ich dir das erzähle: Inszenieren bedeutet nicht das Außen dessen zu bestimmen, was auf einer Bühne zu sehen und zu hören ist. Die Inszenierung ist die Bestimmung, was der Text tut, sie interpretiert ihn als eine Handlung und präzisiert: welche Handlung (das Was), die Form der Handlung (das Wie), ihren Verlauf, ihr Ziel (die Absicht), ihre Konflikte und Hindernisse, die Persönlichkeit ihres Protagonisten (Wer).
Das war es, was mein Vater da wochenlang am Tisch arbeitend mit seinem Ensemble gemacht hat: Er inszenierte (bereits). Ein paar Tage später, gut 2 Wochen vor dem Premierentermin, ging dann die ganze Arbeit auf die Bühne und wurde später auch ein Erfolg.
Also lass bitte den Gedanken los, dass du dein Äußeres aufmöbelst und lügend über die Bühne fegst, wenn du deinen Auftritt in der Keynote Präsentation inszeniert hast. Das ist Alltagsdilettantismus, so zu denken.
Denn, wenn du inszeniert hast, dann hast du einfach nur das getan: Du hast dafür gesorgt, dass dein persönliches Anliegen und deine Absicht durch deinen Auftritt für andere relevant und bewegend/spannend/interessant geworden sind. Deshalb steht das Ding (dein Vortrag, deine Präsentation, dein Webinar – whatever) zu Recht so ausgestellt auf einer „Bühne“: Weil es über dich als Person hinaus auf etwas deutet, was für andere Menschen wertvoll ist. Weil es für Fremde Bedeutung gewonnen hat.
Inszenierung schafft, dass deine Bewegung für andere bewegend wird
So ist das also. Wir setzen Inhalte in Szene, damit sie wirken. Und wie machen wir das – jenseits der Theaterbühne? Nun, genauso wie dort auch (sorry, ist aber wahr): Wir sprechen nicht unseren Text, den wir uns – ausformuliert oder stichpunktisiert – vorbereitet haben, sondern wir handeln mittels unserer Sätze. Dieses „Handeln“ ist also sprachlich und wird durch Mimik, Gestik und Bewegung nur begleitet (wie im Leben halt auch: am besten intuitiv, aber expressiv).
Und sprachlich zu handeln heißt, etwas zu wollen und zu tun. Im Sekundentakt: Jetzt mutmaße ich, jetzt teile ich eine Überzeugung, jetzt untermauere ich diese mit einem Beispiel, jetzt unterstelle ich Argwohn, jetzt bekämpfe ich diesen mit einem Beweis, jetzt ermutige ich zu einer Schlussfolgerung, jetzt warne ich vor einem Vorurteil usw., usw.
Wer glaubt, dass sein Sprechen als einzige Handlung in einem durchgängigen „Informieren“ besteht, der hat einfach nicht genau hingeschaut. Nur der allerkleinste Teil unseres Sprechens ist informierend. Wir handeln sehr vielfältig mit unseren Worten. Zum Glück! Weil das die Authentizität (Hallo Gretchen 😊) von sprachlichen Vorgängen ausmacht, ihre Anziehungskraft auf andere entfaltet und Handlungen zu Bedeutungsgebungsverfahren und Verführungsaktivitäten macht.
So sind Menschen: Keine bloße Information macht etwas mit uns. Wir werden bewegt von bewegtem Reden. Diese innere Bewegung des Sprechens, die Abfolge der Handlungen und zugrundeliegenden Absichten, die zieht in einer Keynote Präsentation andere an und mit.
Und das ist eben die Hauptarbeit des Inszenierens: Sich aus einem bloßen Text und Inhalt eine Abfolge von (sprachlichen) Handlungen zu bauen. Dann erst hast du das WAS, das auf eine Bühne gehört (und dann auch noch performed werden muss, aber das ist eine andere Baustelle und ein anderer Teil der Vortragsarbeit).
Vor dem Inszenieren aber müssen in der Vorbereitung deiner Keynote noch ein paar andere Sachen passiert sein: Du musst eine starke Idee entwickelt haben, welcher Ausschnitt deines Wissens das Zentrum deiner Präsentation werden soll. Aus welcher Perspektive willst du rangehen? Es braucht dafür Kreativitätstechniken oder von mir aus auch Kreativität mit ohne Techniken (falls Inspiration dich ergreift).
Danach bekommt diese Idee Fleisch an die Knochen: Ein Konzept gibt dem Was der Idee sein WIE. So ein Konzept ist tricky, weil einerseits hat es seine Logik, andererseits darf es nicht durchschaubar das Publikum einfach am Nasenring durch die Manege ziehen. Niemand will sich als Element eines Konzepts spüren. Jeder aber will, dass die Sache für ihn zündet.
Und schließlich realisiert sich das Konzept in einer Struktur. So ein Konzept ist ja immer noch Theorie und Idee (selbst, wenn du es aufschreibst), ist eine Kopfsache – bis es etwas bewirkt. Dein Konzept erst bewirkt die Dramaturgie. Jetzt erst bist du ready zum Formulieren und Inszenieren. Am Ursprung der Vorbereitung einer Keynote Präsentation, vor der Inszenierung, muss also sie stattgefunden haben: die Dramaturgie. Oder, weniger pompös, der Aufbau deiner Inhalte.
Und jetzt?
Das waren sie, drei starke Veränderungen für Keynote Präsentationen. Und doch ist es auch jetzt wieder so wie in den Märchen mit den drei Wünschen … es gäbe noch mehr zu wünschen, noch mehr zu tun.
Zuerst bei der Skripterstellung, die einen Rede-Text formulieren muss. Was etwas völlig anderes ist als ein Text, der – wie fast alle – zum Lesen bestimmt ist.
Dann bei der Inszenierung, die Text in Handlungsabfolgen verwandelt.
Und schließlich bei der Darbietung, die eine Verkörperung deiner Aussage und Absicht ist.
Wenn du mehr Wünsche hast und tiefer in das Thema Keynote Präsentation einsteigen willst, dann schau dich hier um: Ab Februar kommt mein Programm ALLES AUßER GEWÖHNLICH und führt dich durch alle Etappen einer Vorbereitung hin zur brillanten Darbietung vor Publikum.
