3 Changes fürs Vortragen und Präsentieren – wie kleine Veränderungen deine Online-Präsentationen groß machen

Martin Heppner  - 08.11.2025 - Vortragen & Präsentieren – Aktualisiert: 02.12.2025 - Kommentare: 0


Martin, mit weißem offenen Hemd und dunklem T-Shirt, steht und blickt mit bewegten offenen Armen und Händen nach unten. Das Bild ist mit einem Verlauf von Dunkellila über Blau nach Grün verfärbt.

Wie wäre es, wenn du drei Wünsche freihättest, die deinen Vortrag und dein Präsentieren nachhaltig verändern würden, die für dich selbst Glück und für andere Faszination bedeuten würden … was wäre das?
Ich hätte ein paar Ideen:

Change #1: Blickkontakt digital – Verbindung durch Präsenz

Du redest, und keiner hört zu. So ähnlich ist das, wenn du da bist, und niemand schaut dich an. Auch wenn du ahnst, dass dein Gegenüber dein Videobild auf seinem Bildschirm anschaut – wenn du nur siehst, dass er nach unten oder zur Seite schaut und nicht dir in die Augen, dann fühlt es sich einfach nicht richtig an. Dabei ist der Blickkontakt der wichtigste soziale Anknüpfungs- und Kontaktpunkt, den wir haben – nach dem Körperkontakt (der online ja leider ausfällt …).

Blickkontakt im OnlineMeeting – speziell, wie auf der echten Bühne – nur anders. 

Wir kennen das, wie es im OnlineMeeting meistens aussieht: Alle schauen auf den Monitor, aber unsere Augen treffen sich nicht. Warum eigentlich nicht?

Wir haben online keinen direkten Blickkontakt, weil wir nicht darauf verzichten wollen, uns zu beobachten.

Uns allen ist ein unbändiges Verlangen mitgegeben, Kontakt zum Gesprächspartner aufzunehmen. Um ein Gespür dafür zu bekommen, wie der Gegenüber drauf ist, wie er reagiert: Geht’s ihm gut in unserem Zusammensein? Haben wir uns etwas zu geben? Verstehen wir uns? Mögen wir uns sogar? Und wenn es ums Business geht: Wollen wir zusammenarbeiten? Je mehr wir zulassen, gesehen und wahrgenommen zu werden, desto mehr kann unser Gegenüber lesen und verstehen, ob wir auf einer gemeinsamen Welle reiten, die eine angenehme Zeit oder sogar sinnvolles Business in Aussicht stellt.

Also: Schauen wir uns ins Gesicht. Um all diese Fragen beantwortet zu bekommen, um die Antworten in den Gesichtern der anderen zu sehen und zu lesen. Und parallel dazu erzählt unsere Mimik und unser Blick ganz unbewusst all diese Geschichten, die unser Gegenüber braucht, um uns zu verstehen. Das ist Online genauso wie Onsite. 

Mit einem entscheidenden Unterschied: Im realen Raum schauen wir einander in die Augen, ein gleichzeitiges Geben und Nehmen, Senden und Lesen, Verstehen und Verstandenwerden. Online richten wir unseren Blick auf den Bildschirm, in die Gesichter der anderen. Das Auge, mit dem unsere Gesprächspartner uns sehen, ist jedoch unsere Webcam.

Blickkontakt geben und Blickkontakt nehmen sind online also zwei verschiedene Dinge. Was müssen wir also tun, um auch Online Blickkontakt zu geben? Eigentlich ganz einfach und logisch: Die beiden verschiedenen Augen des Gegenübers (die auf dem Bildschirm und das unserer Webcam) näher zusammenbringen. Damit wir nehmen und gleichzeitig geben können. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Blickkontakt herstellen mit einem Teleprompter

Die benutzt man im Fernsehen seit einigen Jahren und sie sorgen dafür, dass die Nachrichtensprecher nicht mehr vom Blatt ablesen müssen, sondern permanent in die Kamera schauen können. Schau dir mal die Tagesschau vor 20 Jahren an, und entscheide selbst, was du natürlicher und sympathischer findest … 

Wie funktioniert ein Teleprompter? Der Text wird auf eine Glasscheibe projiziert und direkt dahinter ist eine Kamera platziert. So kann der Sprecher den Text lesen und gleichzeitig in Richtung Kamera schauen. 

Wie kannst du das für deine OnlineMeetings nutzen? Du kannst statt eines Textes auch das Videobild deines OnlineMeetings in den Teleprompter spiegeln. Dann siehst du deine Online-Gesprächspartner, und gibst denen gleichzeitig deinen Blickkontakt. Dafür benötigst du entsprechende Hardware, die fest installiert ist.

Bei einfachen Geräten brauchst du zusätzlich ein Tablet. Die Darstellungsgröße liegt zwischen 12″ und 24″. Basisgeräte mit 14 Zoll (ca. 36 cm) liegen bei 200–400 €, Profimodelle gehen schnell preislich in die Höhe.

Mein Neuro-Wissen sagt mir: Blickkontakt ist mega-wichtig für den Beziehungsaufbau. Deshalb meine ich: Eine solche Investition ist absolut sinnvoll.

Blickkontakt geht aber auch viel einfacher: mit der Martin-SweetSpot-Methode.

Um die Augen des Gegenübers und die Webcam näher zusammenzubringen, nutze ich eine recht einfache Methode. Statt die Webcam auf dem Monitor zu montieren, befestige ich sie auf einem Webcam-Ständer, den ich dann in die Monitorfläche hineinragen lasse. Im Zoom-Meeting sorge ich dann dafür, dass das Fenster und die Kachel mit meinem Gesprächspartner direkt unterhalb der Kamera platziert sind.

In einem Gruppenmeeting kannst du in der Galerie-Ansicht per Drag-and-Drop die Kachel nach oben verschieben (solange niemand die Zoom-Hand hebt). Dabei nutzt du den Sweet Spot der Webcam: Es gibt einen gewissen Bereich um die Linse der Webcam herum, der deinen Blick so aufnimmt, als wenn du direkt in die Kamera schauen würdest. Es reicht also, wenn das Zoom-Bild direkt unterhalb der Webcam platziert ist.

Solche Ständer gibt es ab ca. 30 €, sie sind einfach aufgebaut und problemlos auch mobil nutzbar. Dazu braucht es noch eine Software, die das Kamerabild um 180° dreht (in den Monitor hineinragend steht dies ja kopfüber) – die gibt’s entweder umsonst (meine heißeste Empfehlung: OBS Studio), oder auch ManyCam oder Camo Studio, die als Basisversion kostenlos sind und nur mit erweiterten Funktionen etwas kosten.

Change #2: Kommunikation ist körperlich – lass deinen Körper sprechen

Auf der Bühne im Theater wird das Stück immer dann schön dramatisch und spannend, wenn es was mit Reibung und „Krise“ zu tun hat. So ähnlich sind auch Ansätze der Neurodidaktik, die davon sprechen, dass Reibung, also Dynamik, Bewegung und Körper das Lernen und Kommunizieren einfacher, wirksamer und nachhaltiger machen. Aber eines nach dem anderen.

Kommunikation ist körperlich.

Dein Körper ist … wie soll ich sagen, ist irgendwie alles. Oder zumindest das Zentrum, der Ausgangspunkt von allem in der Kommunikation.

Dein Körper kommuniziert. Bevor du dich über Sprache äußerst, ist dein Körper schon längst in Aktion und übersetzt deine Empfindungen, dein Verständnis, deine Einstellung in Körpersprache. Un-bewusst, un-kontrolliert – und deshalb im besten Sinne authentisch. 

Und umgekehrt: Dein Gesprächspartner genauso, er kann gar nicht anders. Er braucht deine Körpersprache, um dich zu verstehen, um das, was du sagst, mit deiner Person in Verbindung zu bringen – um vom Hören zum Glauben zum Vertrauen zu kommen. 

Was ich in vielen OnlineMeetings aber sehe, ist, dass man den Körper kaum wahrnehmen kann – weil oft nicht mehr zu sehen ist als Kopf und Hals und vielleicht noch etwas Schulter. Ich aber meine: Lass deinen Körper sprechen im OnlineMeeting. Zeig ihn. Und baue dein Set-up so auf, dass sich dein Körper wirklich bewegen und sprechen kann.

Stell dein Mikrofon nicht auf den Tisch (da steht es dir entweder im Weg oder ist zu weit weg, um einen guten Ton zu machen). Nutze einen Mikrofonarm, damit deine Hände ihren Job machen, sich also frei bewegen und mitreden können.

Und stelle deine Webcam so ein, dass dein ganzer Oberkörper sichtbar wird, ja, wenn es geht, sogar ein Stück von deiner Schreibtischkante. Je mehr dein Gesprächspartner von dir wahrnehmen kann, desto mehr kann er bei dir andocken, deine Welle spüren und, wenn sie passt, auf gleicher Welle mitschwingen. Und wenn er dich im OnlineMeeting so sieht wie vor Ort, von der einen Tischseite zur anderen, wird es sich ein wenig echter anfühlen, als „nur online“.

Wenn du stehst, hast du schon einmal gute Chancen, körperlich eher frei, offen und beweglich zu sein – mit einem festen Stand, mit dem du deine Fußsohlen spüren kannst. Wenn du eine gute Spannung in deiner Körpermitte hast, und dabei gleichzeitig mit Schulter und Brust locker und entspannt bist – dazu hat Elma ganz viel zu sagen. Ein wenig kannst du in ihrem Blogartikel Präsenz zeigen – präsent sein lesen. Ich bin mir sicher, da wird noch einiges mehr kommen – sei freudig gespannt darauf. Wenn du nicht warten willst, kannst du das auch ganz konkret in unserem Buch wissen macht wirkung nachlesen.

Wenn du nicht stehst, dann setze dich zumindest nicht tief in deinen Bürostuhl hinein. Sitze vielmehr mit deinen Gesäßknochen auf der vorderen Kante deines Stuhls. Das richtet deinen Oberkörper auf, du atmest freier, hast deine Schultern, Arme und Hände freier, die dann agieren und kommunizieren können.

Dein Körper will nämlich kommunizieren, er kann auch gar nicht anders. Lass ihn frei.

Kommunikation ist Dynamik und Reibung …

… oder wie es in den 12 neurodidaktischen Prinzipien heißt: Lernen (und Kommunizieren) wird durch Herausforderungen gefördert.

Verwöhn dein Publikum nicht mit dem Federbett eines einfachen, leicht verständlichen, logischen Aufbaus in deinem Vortrag. Ein Federbett ist nur zum Schlafen gut – leg ein paar heiße Kohlen dazwischen, und du hast die volle Aufmerksamkeit. Mach deinen Vortrag anders, überraschend, lebendig, mit Veränderung!

Denn wenn du im Rahmen der Erwartung bleibst, erfüllst du auch nur Erwartungen. Wenn du da bleibst, wo du bist, bleibst du da, wo du bist.

Du willst mit deiner Arbeit doch aber Veränderung, eine neue Sicht, eine andere Perspektive bewirken. Wenn du einen Workshop mit mehreren Teilnehmern machst, baue beispielsweise eine Phase mit Breakout-Räumen ein. Auch wenn ihr nur zu viert seid, kannst du zwei 2er-Räume machen. Die Veränderung der Perspektive vom Zuhörer zum aktiven Teilnehmer kann richtig viel verändern. Der Wechsel vom Zuhören zum Arbeiten und Moderieren ist ähnlich erfrischend, wie wenn du mit einem Gedanken nicht so richtig weiterkommst, dann aufstehst und mit ein paar Runden Frischluft deinen Kopf freiläufst.

Change #3: Inszeniere deinen Vortrag – für Spannung und Lebendigkeit

Warum, nach aller Vorbereitung mit Skripte entwickeln und Folien bauen, dann nicht einfach vor die Webcam, und los geht’s?

Weil das noch nicht alles ist. Denn du handelst nicht nur durch dein Sprechen. Du handelst durch alles, was du an Sichtbarem und Hörbarem in den Zoom-Raum schickst.

Und dies benötigt online eine besondere Betrachtung, um die Inszenierung über deinen gesamten Auftritt hinweg wirklich spannend und bewegend zu gestalten. Du weißt ja: Unser Online-Endgegner heißt Aufmerksamkeitsspanne – die, wenn wir sie nicht zu packen bekommen, uns schneller durch die Hände flutscht, als wir „Aufmerksamkeitsspanne“ sagen können.

Die Struktur deines Vortrags und deines Präsentierens folgt der Idee einer Inszenierung. Du willst Spannung aufbauen, Gedanken und Argumente, Überraschungen und neue Wendungen so setzen, dass sie Wirkung erzielen.

Rütteln erlaubt – kleine Brüche können große Wirkung haben

Der Einsatz deiner Folien, die ganze Inszenierung dessen, was du in den Zoom-Raum schickst, hat genauso Inszenierung verdient, wie die dramatische Struktur deines Vortrags, und die Verlebendigung deines Sprechens in ein Handeln. Nämlich Spannung, Überraschung, Lebendigkeit. Wenn du etwas bewegen willst, musst du Bewegung erzeugen. Dein Vortrag, dein Präsentieren, deine Folien oder auch andere Medien haben genau den gleichen Zweck. Bewegung, Veränderung und Dynamik zu erzeugen. Aussagen und Absichten zu unterstützen, zu klären, zu überspitzen, zu unterbrechen, fortzuführen …

Das ist ein guter Grund, darüber nachzudenken, deinem Vortrag etwas hinzuzufügen. Dein sprechendes Handeln durch sichtbare und hörbare Handlungen zu verstärken: mit Bildern, Texten (vielleicht sogar nur einer Headline oder einem Schlüsselbegriff, um den es dir geht), Audio oder Video. Und auch immer wieder mit dir, als dem Initiator und Träger der Bewegung.

Mach dein Redemanuskript zur Partitur deines großen Auftritts

Ein großartiges Tool, deinen Auftritt zu planen, ist dein Redemanuskript, das zusammen mit der Inszenierung deiner Präsentation zu einer Partitur wird. Eine Übersicht darüber, was du auf welcher Ebene deines Orchesters tust: auf der Sprachebene, der Handlungsebene und auf der Präsentationsebene. 

Ich arbeite seit Langem mit 3 Spalten in meiner Vortragspartitur:

  1. Sprechtext
  2. Regieanweisungen (Handlung und Absicht)
  3. Präsentations-Inszenierung (Folien, Medien, Kamerawechsel)

So siehst du, wann Bewegung, Wechsel und Pausen Sinn ergeben – und wann du mit Kamera oder Folie stärkst oder unterbrichst.

Diese Wechsel sind immens wichtig, denn eine reine Folienpräsentation kann durch die entstehende Monotonie genauso anstrengend sein wie ein rein gesprochener Vortrag. Das muss er nicht unbedingt, aber die Reibung, die Überraschung und der Perspektivenwechsel durch geschickt gesetztes Ein- und Ausblenden von Folien gehören genauso zu den von Elma propagierten dramatischen Strukturmitteln und können immens zur gekonnten Gesamtinszenierung beitragen.

Lass dich von Folien in deinem Vortrag unterstützen

  • indem du deine Aussagen mit Bildern visualisierst,
  • oder Kernaussagen bzw. Kernbegriffe deutlich machst …

… aber überlasse den Folien nicht die volle Aufmerksamkeit deiner Teilnehmer.

  • Bleibe auch beim Präsentieren deiner Folien sichtbar – durch den Einsatz von Softwaren wie OBS Studio oder ECamm live, oder du integrierst dein Videobild bei PowerPoint oder Keynote direkt in die Folien.
  • Baue Pausen in deine Folienpräsentation ein, damit sich für die Teilnehmer zwischendurch ein anderer Blick, eine andere Perspektive und damit ein neuer Fokus ergibt.

Fazit: Wirkung entsteht durch Beziehung – und Beziehung durch Präsenz

Ob du präsentierst, unterrichtest oder verkaufst – entscheidend ist nicht, was du sagst, sondern wie sehr du verbunden bist.

Blickkontakt, Körperlichkeit und Inszenierung sind keine Tricks, sondern neurokommunikative Brücken zwischen dir und deinem Publikum.

Wenn du sie bewusst nutzt, entstehen Vertrauen, Resonanz und Wirkung.

Und genau darum geht’s:

Kommunikation hat (fast) nichts mit Reden zu tun –
sondern vielmehr mit der Qualität der Beziehung.

Na bravo, kannst du jetzt denken. Sprechen, handeln, Folien, ausblenden, einblenden … wahrscheinlich auch noch freundlich dabei lächeln – dabei auch noch den ganzen Technik-Krams im Griff haben.

PS: Wenn du dein Setup auf Wirkung trimmen willst …

Die Technik sollte dir bei alledem nicht dazwischenfunken. Da kann dir mein Programm Easy Webinar Setup die richtige Basis geben. Dabei geht es darum …

  • … dein technisches Setup von Grund auf einzurichten, zu verändern oder wirklich entscheidend zu optimieren, vorhandene Komponenten verbessert einzusetzen und mit sinnvoller neuer Hardware zu erweitern.

  • … in deinem Arbeitsraum für eine angenehme und funktionale Raumatmosphäre zu sorgen. Das spürst du dann bei den „normalen“ Arbeiten wie auch bei der Qualität deiner OnlineMeetings.
  • … durch authentischen Blickkontakt eine Verbindung mit den Teilnehmern aufzubauen und souverän mit Kamera, Mikrofon und Licht umzugehen.
  • … Folien so einzusetzen, dass sie deine Präsenz unterstützen, anstatt sie zu beschneiden.
  • … deinen Zuhörern online ein Erlebnis zu bieten, das auch eine emotionale Verbindung entstehen lässt.

Das Easy Webinar Setup Gruppenprogramm startet im Januar 2026, regulär gibt es dies ab 1100€, für die Leser unserer Artistic Intelligence News nur 950€ (netto)!

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